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02.11.2015

10:52 Uhr

Kfz-Versicherung

Wann die Wechselrallye in der Autoversicherung lohnt

VonJens Hagen

Autoversicherer locken Neukunden derzeit mit niedrigen Prämien. Das Sparpotenzial für Versicherte ist enorm und auch die Leistungen verbessern sich. Wie Autofahrer günstige Policen mit passenden Leistungen finden.

In der Autoversicherung reizen günstige Prämien zu einem schnellen Wechsel. dpa

Rallye-Sieger

In der Autoversicherung reizen günstige Prämien zu einem schnellen Wechsel.

FrankfurtWenn sich die Blätter färben, beginnt bei den Kfz-Versicherern die heiße Jahreszeit. Noch bis Ende November können die meisten Versicherten ihre Verträge kündigen, um im neuen Jahr in einen günstigeren oder leistungsstärkeren Tarif zu wechseln. Mit Blick auf das Neugeschäft legen sich die Gesellschaften ins Zeug. „Bis zu 250 Euro sparen“, verspricht etwa der Direktanbieter Direct Line. „Willkommen beim besten Kfz-Versicherer“, prahlt die Huk Coburg. „Das Beste, was Ihrem Auto passieren kann“, wirbt CosmosDirekt.

Wie sich der Wechsel für die Autofahrer lohnen kann , zeigt eine Auswertung des Analysehauses Nafi. Der Betreiber der detailliertesten Tarif-Datenbank ermittelte Durchschnittsprämien auf Basis von mehr als 300 Tarifen und rund 75.000 Kundenprofilen. „Im Vergleich zur Wechselsaison des vergangenen Jahres sinken die Prämienniveaus“, sagt Nafi-Geschäftsführerin Ivana Höltring.

Das Tarifniveau in der Haftpflicht sinkt zum Vorjahr um 1,7 Prozent, Haftpflicht-Teilkasko-Tarife vergünstigen sich um 3,1 Prozent und die Kombination Haftpflicht-Vollkasko sogar um 3,6 Prozent.

Wie dieser Trend bei den Kunden ankommt, zeigt die Untersuchung der tatsächlich verkauften Policen. Im Jahresendgeschäft der ersten drei Oktoberwochen vergünstigten sich die Prämien der von den Kunden gezeichneten Vollkasko-Haftpflichtpolicen um rund 3,2 Prozent. Bei Teilkasko-Haftpflicht-Verträgen lagen die Abschläge bei knapp vier Prozent. „Die Preise gehen tendenziell nach unten, unabhängig vom Vertriebsweg und Leistungsumfang der Tarife“, erklärt Höltring.

Städte mit den größten Preisunterschieden bei der Kfz-Versicherung

Platz 1

Der Preisunterschied zwischen günstigstem und teuerstem Angebot im Durchschnitt aller zehn Musterkunden in der Studie „Marktstudie zur Preissituation im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt“ liegt in der deutschen Hauptstadt bei 1.595 €.

Platz 2

Hamburg: 1.516 €

Platz 3

Essen: 1.472 €

Platz 4

München: 1.435 €

Platz 5

Frankfurt: 1.412 €

Platz 25

Melle: 1.182 €

Platz 26

Borken: 1.166 €

Platz 27

Gotha: 1.154 €

Platz 28

Wittenberge: 1.135 €

Platz 29

Warburg: 1.135 €

Platz 30

Wismar: 1.084 €

Versicherte, die jetzt die Wechselrallye nutzen, fahren günstiger als Autobesitzer, die unterjährig, etwa bei einem Wechsel des Fahrzeugs abschließen. Denn bei Verträgen, die Autofahrer seit Anfang des Jahres bis Mitte Oktober abschlossen, stiegen die Haftpflicht- und Vollkasko-Prämien.

Die neuerliche Preisrallye dürfte für die Branche ungelegen kommen. Schon vor einigen Jahren lieferten sich die Versicherer in der Kfz-Sparte einen Kampf um Marktanteile. Im Zuge sinkender Prämien mussten die Gesellschaften Verluste hinnehmen. Danach stiegen die Beiträge wieder. Neben dem Preiskampf unter Konkurrenten entwickelt sich der Vertrieb über Vergleichsportale zunehmend zu einem Ärgernis für die Versicherer.

Kommentare (5)

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Herr stefan kinlel

02.11.2015, 11:40 Uhr

Für mich der wertvollste Tipp unter allen: Nie und nimmer Allianz wählen, da zahlt man den teuersten Vertrieb Europas gleich mit - und bekommt deren Arroganz gratis dazu.

Herr Günter Heimpel

02.11.2015, 11:42 Uhr

Als Versicherungsvertreter für die Allianz Versicherungs-AG möchte ich dazu bemerken, dass Sie alles auf den Preis reduzieren. Im Schadenfall bemerke ich doch sehr häufig, dass es Kunden - vor allem aber nicht nur Ältere - schwerfällt die Mitwirkung bei der Schadenabwicklung eigenständig duchzuführen. Hier ist wieder unsere Hilfe gefragt - auch wenn unser Kunde nur Geschädigter ist, sucht er uns auf mit der Bitte um Hilfestellung. Dies kann nur ein guter Aussendienst leisten und der muss bezahlt werden (von den 77 Euro je Versicherung kann man da nur träumen). Keiner von uns kann umsonst arbeiten. Leider wird dies in unserer Branche allgemein nicht anerkannt.

Herr Günter Heimpel

02.11.2015, 11:44 Uhr

Da muss ich Herrn Kniel doch anworten: Wer keine Ahnung hat sollte sich nicht öffentlich dazu äussern. Die beiden Aussagen bezogen auf die Allianz sind leider einfach nur falsch.

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