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19.10.2012

13:50 Uhr

Knauserige Vorstandschefs

Miese Stimmung wie zu Finanzkrisenzeiten

Viele Unternehmen hüten sich derzeit davor, eigene Aktien zurück zu kaufen. Dabei hätten sie mehr als genug Geld in der Kasse. Für die Aktienmärkte ist das kein gutes Zeichen, wie Statistiken belegen.

Händler an der Wall Street. dpa

Händler an der Wall Street.

New YorkDie Aktienrückkäufe sind bei den Unternehmen in Europa auf ein Drei-Jahres-Tief gefallen. Dies signalisiert, dass die Zuversicht unter den europäischen Vorstandschefs mittlerweile so niedrig ist wie zuletzt zu Zeiten der Finanzkrise. Dabei waren die Kassen der Unternehmen noch nie so gut gefüllt, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Die Aktienrückkäufe abzüglich der Aktienemissionen werden dieses Jahr um 67 Prozent zurückgehen auf weniger als 10 Mrd. Euro - auch wenn die Barreserven der Unternehmen im Stoxx Europe 600 Index im abgelaufenen Quartal auf einen Rekordwert gestiegen sind. Das zeigen Daten von Bloomberg und der Schweizer UBS. Es wäre das geringste Gesamtvolumen seit 2009, als die Aktienemissionen die Rückkäufe überstiegen. Zudem ist das Transaktionsvolumen der Übernahmen im dritten Quartal mit 92 Mrd. Dollar auf ein Zwei-Jahres-Tief gesunken.

Nestlé, Novartis, Tesco: Die verlässlichsten Dividendenzahler

Nestlé, Novartis, Tesco

Die verlässlichsten Dividendenzahler

Anleger lieben Unternehmen, die jedes Jahr einen guten Teil des Gewinns ausschütten. Wir zeigen, welche Konzerne die Dividende in den letzten zehn Jahren nie gesenkt haben und nach wie vor eine attraktive Rendite bieten.

Pessimisten sagen, die Weigerung, mehr zu tun und die Investoren mit höheren Aktienkursen zu belohnen, bedeute, dass die Kursrally im Zuge einer sich verstärkenden Rezession auslaufen werde. Bislang hat sich in diesem Jahr der Börsenwert der europäischen Aktien um rund eine Billion Dollar erhöht.

Die Optimisten halten dagegen, der beste Zeitpunkt für Aktienkäufe sei gekommen, wenn die Konzernchefs am pessimistischsten sind. Zudem würden die mit dem Rekordbetrag von 572 Mrd. Euro gefüllten Firmenkassen zusammen mit den niedrigsten Finanzierungskosten aller Zeiten die Buyouts von Unternehmen ankurbeln, sobald sich die Konjunktur belebe.

“Was, wenn wir zurückfallen und noch einmal das Jahr 2008 durchleben?”, formuliert Russ Koesterich, Chef-Investment- Stratege bei der iShares-Sparte von BlackRock in London. Ein unverhältnismäßig hoher Liquiditätspuffer sei für die Unternehmen mittlerweile zu einer Art Schutzdecke geworden.

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Der Internationale Währungsfonds hatte vergangene Woche seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum gesenkt. Für die Volkswirtschaft der 17 Mitglieder umfassenden Eurozone erwartet der IWF in diesem Jahr eine Kontraktion um 0,4 Prozent. Die Rezession kommt drei Jahre nachdem im Zuge der weltweiten Kreditkrise die Aktienmärkte in Europa um 5,4 Billionen Euro abgeschmolzen sind.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.10.2012, 13:59 Uhr

"Miese Stimmung wie zu Finanzkrisenzeiten"

Hat sich da einer vor 10 Jahren eingegraben und mal kurz 2007 rausgeschaut?

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