Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2011

16:00 Uhr

Kommentar

Starks schwacher Abgang

VonJens Münchrath

Jürgen Starks Rücktritt kommt zur Unzeit. Just in dem Moment, als die Europäische Zentralbank die schwierigsten Moment ihrer Geschichte erlebt, schmeißt nach Axel Weber jetzt der zweite Deutsche an der Spitze der Notenbank hin.

Handelsblatt-Redakteur Jens Münchrath. Pablo Castagnola

Handelsblatt-Redakteur Jens Münchrath.

Warum  flieht  der Chefvolkswirt der EZB  aus seinem Amt? Warum macht  er es jetzt?

Stark steht wie einst Weber wie kaum eine andere Person für die deutsche Stabilitätskultur. Das Vertrauen in die Europäische Zentralbank hat ohnehin im letzten Jahr gelitten. Mit dem Aufkauf von Staatsanleihen  - inzwischen beträgt das Volumen rund  130 Milliarden Euro -  hat die wichtigste europäische Institution im Kampf gegen die Euro-Krise bereits ihre Unschuld verloren. Denn die direkte oder indirekte Finanzierung von Staatshaushalten ist nicht mit den Statuten der Zentralbank vereinbar.

Mit dem Verlust gleich zweier Exponenten,  für die die Solidität des Euro an erster Stelle stand,  verliert die Zentralbank mehr als ihre Unschuld. Sie verliert ihre Glaubwürdigkeit. Und das kann sich Europa in einer Zeit, in der der Euro um sein Überleben kämpft,  nicht leisten.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Notarzt

09.09.2011, 16:21 Uhr

Da muss ich aber deutlich widersprechen. Jürgen Starks will sich wie auch Axel Weber nicht länger verbiegen lassen. Er möchte jeden Morgen in den Spiegel schauen, damit meine ich aber nicht das Nachrichtenmagazin, und sagen können "jawohl ich bin es". Ich ziehe meinen Hut vor ihm und auch vor Axel Weber.

Account gelöscht!

09.09.2011, 16:27 Uhr

Schwacher Kommentar zum Thema Stark.

Und zur Beantwortung der Fragen des Kommentators: Stark vollzieht einen starken Abgang, weil er die weitergehende Schwächung des Euros nicht mittragen will.

Account gelöscht!

09.09.2011, 16:33 Uhr

Schließe mich Ihrem Standpunkt an! Von einem "schwachen Abgang" kann überhaupt keine Rede sein. Der Mann hat Rückgrat, was Herrn Trichet definitiv fehlt. Trichet hat sich von der Politik instrumentalisieren lassen. Die EZB hat über ihre Repo-Geschäfte genug Möglichkeiten, Spannungen im Markt zu mildern, dazu bedarf es keiner Anleihen-Käufe. Auf Dauer nutzen diese nämlich überhaupt nicht, den Druck aus dem Markt nachhaltig zu reduzieren. Das kann nur die Politik. Was die EZB stattdessen erreicht hat, ist, ihre Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit nachhaltig zu beschädigen. Das wird sie nicht mehr reparieren können. Und diesen Schuh will sich J. Stark nicht anziehen. Es ist sein gutes Recht. Respekt!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×