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18.09.2015

07:35 Uhr

Kommentar zum Fed-Entscheid

Wie Janet Yellen die Märkte verwirrt

VonFrank Wiebe

Mit ihrer Entscheidung schickt Fed-Chefin Janet Yellen ein doppeltes Signal an die Märkte. Erst einmal sorgt sie kurzfristig für Beruhigung. Doch der zweite Teil der Botschaft ist eine ganz andere.

Die Entscheidung der Fed-Chefin zeigt:  Es ist völlig offen, wie es weiter geht. Reuters

Janet Yellen

Die Entscheidung der Fed-Chefin zeigt: Es ist völlig offen, wie es weiter geht.

Die US-Notenbank (Fed) hat die erwartete Zinserhöhung noch einmal verschoben. Und damit schickt Fed-Chefin Janet Yellen ein doppeltes Signal an die Märkte. Der erste Teil der Botschaft lautet: Wir lassen euch nicht allein.

Die große Vorsicht der Fed und die Betonung, dass sie die Ereignisse in China sehr genau beobachte, sagen den Anlegern, dass sie sich doch immer noch auf Unterstützung der Notenbank verlassen können. Im August hatte es eine Woche der Panik gegeben, in der die Kapitalmärkte unter dem Eindruck standen, die Absicherung durch die Fed sei weggefallen und damit eine durchgreifende Korrektur der Kurse fällig. Jetzt hat Yellen den Investoren wieder die Hand gereicht.

Frank Wiebe

Der Autor

Frank Wiebe ist Handelsblatt-Korrespondent in New York.

Der zweite Teil der Botschaft lautet aber: Es ist völlig offen, wie es weiter geht. Viele Ökonomen hatten erwartet, dass Yellen, wenn die Zinserhöhung ausfällt, wenigstens etwas deutlicher diesen Schritt für den Dezember in Aussicht stellt. Aber wenn man genau hinhört, hat sie das nicht getan. Sie lässt letztlich völlig offen, was passieren wird. Und damit verunsichert sie die Märkte zugleich wieder. Die Investoren fragen sich jetzt, ob die wirtschaftliche Lage schlechter ist, als sie bisher angenommen hatten.

Die US-Notenbank Fed

Fed?

Das Federal Reserve System – kurz Federal Reserve oder einfach Fed – ist die Notenbank der USA.

Die Funktion

Die 1913 vom amerikanischen Kongress gegründete staatliche Organisation leitet die US-Geldpolitik, kontrolliert und reguliert die Banken des Landes und beeinflusst die Bedingungen für die Kreditvergabe.

Die Ziele

Die übergeordneten Ziele der Fed sind eine möglichst hohe Beschäftigung, stabile Preise sowie günstige Zinsen. Die mächtige Organisation kontrolliert damit einige der wirtschaftlichen Stellschrauben der Vereinigten Staaten.

Die Präsidentin

Präsidentin ist Janet Yellen. Die 68-Jährige hatte ihren Posten offiziell Anfang Februar 2014 angetreten. Sie ist die erste Frau an der Fed-Spitze in der 100-jährigen Geschichte der Zentralbank.

So verwirrt Yellen die Märkte durch dieses doppeltes Signal. Kurzfristig sorgt sie für Beruhigung. Aber längerfristig orientierte Investoren müssen weiter darauf warten, dass die Geldpolitik sich normalisiert und sie eine bessere Vorstellung davon bekommen, welche Kurse ohne künstliche Unterstützung der Fed angebracht sind.

Kommentare (26)

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Herr Peter Noack

18.09.2015, 07:51 Uhr

Was hat sich den von gestern auf heute geändert? Melden sich jetzt wieder alle die zu Wort, die immer schon alles besser gewusst hatten? Diese Entscheidung der Fed war wohl eine große Überraschung, oder? Was wird anders sein, wenn die Fed im Dezember entscheidet oder auch nicht?Falls es Blasen an den Finanzmärkten gibt, werden die weiter aufgeblasen. Erst wenn die platzen, wissen wir nach Nobelpreisträger ... , dass es sie gab. Verliert also nicht den Verstand und wappnet euch in Geduld.

Herr Peter Langenhagen

18.09.2015, 08:44 Uhr

Logisch. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Es ist doch kein Staat mehr in der Lage (und willens) Zinsen zu zahlen. Es wird die nächsten 10 Jahre keine Zinserhöhung mehr geben.
Draghi will Inflation und er kriegt sie. Die Flüchtlinsströme sind ein perfektes Alibi, um die Währungsstabilität und die damit verbundenen Regeln weiter zu lockern und auszuhöhlen. Vor allem es schaut auch gerade keiner hin.

Herr Tom Bauer

18.09.2015, 08:56 Uhr

@Noack
Genau so sieht es aus. Die Zinsentscheidungen der Notenbanken sind Reaktionen auf die Entwicklug der Wirtschaft.
Gleichzeitig wird die FED germäß ihrem Gesellschaftszweck im Rahmen Ihrer Abschätzung keine Entscheidungen treffen die die wirtschaftliche Entwicklung schädigt.
Die individuelle Entwicklungen der einzelnen Gesellschaften bestimmt laggfristig deren Kurs. Alles andere ist Psychologie und hat letztlich für den Zeitpunkt einer Investition in Aktien wenig Relevanz.

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