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28.05.2015

18:48 Uhr

Kommunikationspanne bei EZB

EU-Ombudsfrau fordert Klärung von Draghi

Bei einer nicht-öffentlichen Rede verrät ein Direktoriumsmitglied Details zum Anleihekaufprogramm der EZB. Kurz darauf fällt der Euro-Kurs. Jetzt fordert die Bürgerbeauftragte der EU, Emily O’Reilly, Aufklärung.

Die EU-Bürgerbeauftragte Emily O’Reilly erhebt schwere Vorwürfe gegen ein EZB-Direktoriumsmitglied. ap

Weitergabe von marktsensiblen Informationen

Die EU-Bürgerbeauftragte Emily O’Reilly erhebt schwere Vorwürfe gegen ein EZB-Direktoriumsmitglied.

Berlin/FrankfurtDie jüngste Kommunikationspanne der EZB hat die EU-Bürgerbeauftragte auf den Plan gerufen. Ombudsfrau Emily O’Reilly forderte EZB-Chef Mario Draghi in einem Schreiben auf, die verspätete Veröffentlichung der Rede von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure aufzuklären. Innerhalb von zwei Wochen solle Draghi sie und auch die Öffentlichkeit darüber unterrichten. Coeure habe „potenziell marktsensible Informationen“ anscheinend einem begrenzten Empfängerkreis bekanntgemacht, kritisierte O’Reilly.

Der EZB-Direktor hatte am 18. Mai in London eine Rede gehalten. An der geschlossenen Veranstaltung hatten Vertreter von Hedgefonds wie Brevan Howard und von großen Bankhäusern wie Goldman Sachs und Citi teilgenommen. Medien waren nicht zugelassen. Coeures Rede veröffentlichte die EZB am nächsten Morgen. Doch schon während der Veranstaltung war der Euro-Kurs zum Dollar deutlich gefallen. Die EZB war wegen der Rede Coeures in die Kritik geraten. Er habe bei einem Abendessen in London wichtige Details zum großangelegten Anleihenkaufprogramm einem nur kleinen Kreis von Marktteilnehmern genannt, bemängelten Anleger und Politiker.

O’Reilly gab in dem auf Mittwoch datierten Schreiben an, die verspätete Veröffentlichung sei von der EZB mit einem internen Prozessfehler begründet worden. Sie forderte Draghi auf, ihr binnen zwei Wochen eine detaillierte Erläuterung der Vorkommnisse zu schicken. Zudem solle sichergestellt werden, dass sich Ähnliches nicht wiederhole und sie nicht aktiv werden müsse. Die EZB äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht zu dem Schreiben. Die Europäische Bürgerbeauftragte untersucht Beschwerden über Missstände in den Organen und Einrichtungen der Europäischen Union.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

28.05.2015, 20:39 Uhr

"Aufklärung" ist eine süße Formulierung.

Auf eine solche Entgleisung steht nur die Forderung nach Rücktritt und Verantwortungsübernahme. Aber was schreibe ich. Es gibt einfach Leute, die sind für alles zuständig und für nichts verantwortlich.

Solche Typen sind keine Führungskräfte. Die gehören unter die Fitische von Frau Merkel, die sie alle wärmt.

Wie kann man solche Leute in solche Ämter bringen? Die Hanschrift von Frau Merkel und ihr Führungsstil ist unverkennbar. Alles "alternativlos" "nach bestem Wissen und Gewissen". Vielleicht können wir uns aber auch darauf einigen, diese Typen in die Ämter zu bringen, von denen sie Ahnung haben.

Herr Niko Bergmann

29.05.2015, 09:54 Uhr

Siehe Sendungen vom 28. Mai 2015 zu den Banken und Goldman Sachs !!! auf Phoenix. !!
Oder Wiederholung 29. Mai 2015
07.30 Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt
08.15 Banken unter Kontrolle?

http://www.phoenix.de/content/phoenix/tv_programm/1

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