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19.08.2015

11:42 Uhr

Konjunktur-Spritze

China unterstützt Banken mit fast 100 Milliarden Dollar

Die chinesische Wirtschaft steckt in der Krise. Nun will China zwei Banken mit fast 100 Milliarden Dollar unterstützen. Mit der Geldspritze will das Land die Konjunktur ankurbeln und die Realwirtschaft unterstützen.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steckt in der Krise. dpa

Krise in China

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steckt in der Krise.

ShanghaiUm die lahmende Wirtschaft anzukurbeln, unterstützt China zwei staatliche Banken mit fast 100 Milliarden Dollar. Wie chinesische Staatsmedien am Mittwoch berichteten, erhielt die China Development Bank 48 Milliarden Dollar und die Export-Import Bank of China 45 Milliarden Dollar von der chinesischen Notenbank. Damit solle einerseits die Kapitalquote der Banken erhöht und andererseits die Konjunktur gestärkt werden, hieß es.

Mit der Geldspritze wolle die Zentralbank wohl die Realwirtschaft unterstützen - insbesondere den Export und die Baubranche, sagte Wang Shengzu, Ökonom bei Barclays Capital.

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Immobilienblase

Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

Schattenbanken

Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

Faule Kredite

Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

Überkapazitäten

Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

Internationale Krisen

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Die chinesische Wirtschaft, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, steckt in der Krise. Im vergangenen Jahr wuchs das BIP der Volksrepublik um 7,4 Prozent und damit so wenig wie seit 1990 nicht mehr. In den ersten beiden Quartalen 2015 ging das Wachstum nochmals zurück und lag bei sieben Prozent. Für das Gesamtjahr will Peking das Wachstum halten, doch das Ziel von sieben Prozent dürfte schwer zu erreichen sein.

Um die Konjunktur zu stützen, hat Chinas Notenbank bereits interveniert und die Leitzinsen seit November 2014 vier mal gesenkt. Auch die Kapitalanforderungen für Banken wurden herabgesetzt.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Tom Schmidt

19.08.2015, 12:39 Uhr

Manchmal ist ja eine Übersetzung hilfreich:

Die beiden Banken mußten von der Zentralbank gestützt werden, weil sie pleite sind, dazu hat der Aktiencrash, sowie Kredite an chinesische Staatsfirmen beigetragen.

Die Staatsfirmen sind in Dollar verschuldet, u.a. durch das Schattenbankensystem, insofern werden die Währungsreserven angezapft, um sie zu retten. Der Zustand der Firmen ist unklar, es ist möglich, dass ausser Versorgung von Parteifunktionären kein wirkliches Geschäftsmodell besteht.

Aktuell weiss niemand, wieviel die Währungsreserven gegenüber der Verschuldung für Gesamtchina aussieht (die Parteibonzen kaufen ja seit 2010 alle deutsche Autos und ähnliches... halt etwas teuer). Wie auch immer, bald werden wir mehr wissen!

Herr Heinz Keizer

19.08.2015, 16:47 Uhr

Erhöhung der Kapitalquote deutet auf Verluste durch faule Kredite hin. Nach Kapitalstärkung können dann zu Stärkung der Konjunktur weiter zweifelhafte Kredite vergeben werden. Wenn es in China zum großen Knall kommt -die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch- werden wir eine grandiose Weltwirtschaftskrise bekommen. Soviel und so schnell können die Notenbanken gar kein Geld drucken.

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