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30.01.2014

16:35 Uhr

Konjunktur

US-Wirtschaft wächst kräftig zum Jahresende

Die amerikanischen Verbraucher lassen die US-Wirtschaft wachsen: Zum Jahresende ist das Bruttoinlandsprodukt um rund 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – es hätte noch mehr sein können.

Das Kapitol in Washington: Durch den sogenannten Shutdown im Oktober wurde die Wirtschaftsleistung um rund 0,3 Prozentpunkte gedrückt. ap

Das Kapitol in Washington: Durch den sogenannten Shutdown im Oktober wurde die Wirtschaftsleistung um rund 0,3 Prozentpunkte gedrückt.

WashingtonTrotz Kältewelle und Haushaltsstreit ist die US-Wirtschaft zum Jahresende 2013 kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Oktober bis Dezember mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Fachleute hatten genau damit gerechnet, nachdem die Wirtschaft im Sommer noch um 4,1 Prozent zugelegt hatte.

Wachstumstreiber waren die Verbraucher: Der private Konsum, der für die USA besonders wichtig ist, legte um 3,3 Prozent zu – das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Im Gesamtjahr legte die Wirtschaft um 1,9 Prozent zu und damit weit stärker als in Deutschland, wo das BIP nur um magere 0,4 Prozent zulegte.

In das Schlussquartal 2013 fiel der Haushaltsstreit in Washington im Oktober, als 800.000 Staatsbedienstete in Zwangsurlaub geschickt wurden und zum Teil kein Geld erhielten. Durch diesen sogenannten Shutdown wurde die Wirtschaftsleistung um rund 0,3 Prozentpunkte gedrückt, wie das Handelsministerium weiter mitteilte. Hinzu kam eine arktische Kältewelle zum Jahresende, die das öffentliche Leben in Teilen der USA zum Stillstand brachte.

Chronologie US-Haushaltsstreit

9. November 2012

In der ersten öffentlichen Rede seit seiner Wiederwahl beharrt US-Präsident Barack Obama auf Steuererhöhungen für Reiche, um das Haushaltsdefizit abzubauen. Kurz zuvor hatte das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) vor einer drohenden Rezession gewarnt.

16. November 2012

Demokraten und Republikaner beginnen im Weißen Haus mit den entscheidenden Etatverhandlungen.

3. Dezember 2012

Die Republikaner legen einen Plan zum Defizitabbau vor. Dieser sieht neben massiven Ausgabenkürzungen zwar auch einen Zuwachs an Steuereinnahmen vor - aber keine Erhöhung der Steuersätze für die Reichen, wie es Obama will.

 

19. Dezember 2012

Die Republikaner weisen einen neuen Vorschlag Obamas zurück: Dieser sah höhere Steuern nur noch für Bürger mit einem Einkommen von mehr als 400 000 Dollar (knapp 300 000 Euro) im Jahr vor. Zuvor hatte Obama die Grenze schon bei 250 000 Dollar gezogen.

1. Januar 2013

Der Etatstreit ist vorerst beendet. Das Repräsentantenhaus stimmt einer Kompromissvorlage des Senats zu. Damit werden massive Steuererhöhungen für Millionen Amerikaner zum Jahresanfang in letzter Minute abgewendet. Eine Einigung über die drohenden massiven Ausgabenkürzungen muss noch gefunden werden.

23. Februar 2013

Obama warnt, dass am 1. März erneut radikale Kürzungen drohen und ruft den Kongress zum Handeln auf. Dieser hatte die automatischen Einsparungen 2011 selbst beschlossen.

1. März 2013

Nach dem Scheitern der Verhandlungen im Budgetstreit setzt Obama Etatkürzungen mit schweren Folgen für die Wirtschaft in Gang. Allein bis Oktober drohen Einsparungen von 85 Milliarden Dollar.

21. März 2013

Der Kongress verabschiedet ein Übergangsbudget, das die Regierungsgeschäfte bis Ende September sichert. Von einem neuerlichen Drama um die Staatsfinanzen bleiben die USA zunächst verschont.

27. August 2013

Obama und die Republikaner steuern auf eine neue Machtprobe zu. Finanzminister Jacob Lew gibt bekannt, dass Mitte Oktober die Schuldengrenze von 16,7 Billionen Dollar erreicht wird. Er fordert den Kongress auf, das Limit umgehend anzuheben.

22. September 2013

Die Republikaner verabschieden im Repräsentantenhaus einen Haushaltsentwurf, der die Regierung weitere zweieinhalb Monate finanzieren soll. Doch sie knüpfen die Vorlage an Budgetkürzungen für die Gesundheitsreform - Obamas wichtigstes Reformprojekt. Sie soll am 1. Oktober in Kraft treten. Obama ist empört.

 

1. Oktober 2013

US-Präsident Barack Obama verweigert den Republikanern den Deal, sein Obamacare auszusetzen und dafür einen Übergangsetat genehmigt zu bekommen. So tritt der Kernpunkt der Gesundheitsreform in Kraft. Dafür kommt es zu einem Stillstand der öffentlichen Verwaltung: Hunderttausende Bundesangestellte vom Nationalpark-Ranger bis zum Steuerfahnder werden nun mit dem Beginn des neuen Haushaltsjahres am 1. Oktober in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Viele Behörden, darunter auch die Börsenaufsicht, schalten auf Minimalbetrieb.

16. Oktober 2013

Nur kurz vor dem Überschreiten der Schuldengrenze hat sich der US-Kongress auf einen Deal geeinigt, der größtenteils den Forderungen der Demokraten entsprach. Die Schuldengrenze wurde bis zum 7. Februar angehoben und die Behörden bis zum 15. Januar geöffnet. Bis Mitte Dezember muss eine überparteiliche Kommission Vorschläge zur Schuldenreduktion erarbeiten.

Dies hatte auch dem Arbeitsmarkt einen kräftigen Dämpfer versetzt, so dass sich der Stellenaufbau zum Jahresende verlangsamte. Dies hielt die Notenbank Fed jedoch nicht davon ab, ihre Konjunkturhilfen zu drosseln - zuletzt auf monatlich 65 Milliarden Dollar.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Eurowahn

30.01.2014, 17:49 Uhr

Die Mainstreammedien und Steigbügelhalter der Hochfinanz erzählen uns täglich, dass alles nun so toll ist. Überall macht man angeblich Fortschritte. Die angeblich freien Presse und auch den Politikern sind offensichtlich blind oder sie vertichen die Wahrheit extra. Nach dem großen Absturz hat man sich einen "Fliegenschiss" an Wirtschaftswachstum mit der glecihzeitigen Verdoppelung der Staatsschulden erkauft. Das ist in etwas so. Ich verdiene 2000.- Euro im Monat und habe 50.000.- Euro Schulden (Z.B. als Unternehmer). Nun investiere ich nochmals 50.000.- Euro in den Betrieb und mache die nun bei der bank als Schulden. Jetzt verdiene ich 2060.- Euro im Monat und erzähle überall mit großem Jubel, dass mein Unternehmen so toll wächst. Liebe Presse, schaut ihr nicht auf die Schuldenberge. Unter Obama haben sich die Schulden der USA nahezu verdoppelt auf ca. 17 Billionen Dollar. Darübers schreibt ihr nichts. IMmer systemtreu den Eurofanatikern getreu bis zum Untergang !

Ruppinho

30.01.2014, 17:54 Uhr


US - Wirtschaft schwächelt / Top News Onvista 30.01.14

Washington (dpa) - Die US-Konjunktur hat zum Jahresende an Tempo verloren, die Hoffnungen ruhen nun auf einem stärkeren Wirtschaftswachstum 2014.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vierten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um lediglich 3,2 Prozent, ergab eine erste Schätzung des Handelsministeriums. Noch im dritten Quartal des vergangenen Jahres legte die Wirtschaft mit einer hochgerechneten Jahresrate von 4,1 Prozent zu.

Die neue Fed-Chefin Janet Yellen ist dennoch optimistisch und setzt für 2014 auf mindestens drei Prozent Wachstum. Yellen übernimmt am 1. Februar die Führung von Ben Bernanke.

Auch für das gesamte Jahr 2013 lag das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft deutlich unter der Marke des Vorjahres. Nach bisheriger Einschätzung stieg das BIP um lediglich 1,9 Prozent, im Vorjahr waren es noch 2,8 Prozent, wie aus der Mitteilung des Ministeriums hervorgeht.

Komisch , beim Handelsblatt wächst die Wirtschaft " kräftig " zum Jahresende. Interpretiert bei euch die " Atlantikbrücke " die Zahlen ???

Ruppinho

30.01.2014, 18:17 Uhr

Ja, das Handelsblatt und der Mainstream gefallen sich in Endsiegpropaganda.
Kapital ist schließlich ein scheues Reh und lebt nur von Vertrauen. Das wollen wir doch nicht erschüttern , gelle?
Also weiter , immer brav Systemtreu im Sinne der internationalen Hochfinanz im Gleichschritt marsch.
Erstmals und exklusiv in der Geschichte der Menscheit gibt es nur noch eine Richtung : Nach oben. Was sind wir doch priviligiert , wir Glückseligen der Evulotion.
Und morgen : Noch besser und noch toller -- yeah , yeah

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