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15.11.2011

08:02 Uhr

2. Quartal revidiert

Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal wieder kräftig

Trotz der Schuldenkrise in Europa legt die Wirtschaft wieder kräftig zu. Nach Angaben des Statistisches Bundesamt wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent. Und auch das zweite Quartal wurde nach oben revidiert.

Silhouette eines Arbeiters auf einer Baustelle in Frankfurt am Main. dpa

Silhouette eines Arbeiters auf einer Baustelle in Frankfurt am Main.

Wiesbaden/BerlinIm dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt zum Vorquartal um 0,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Auch das zweite Vierteljahr fiel besser aus als zunächst berechnet: Für den Zeitraum April bis Ende Juni wiesen die Statistiker statt mageren 0,1 Prozent Wachstum nun ein Plus von 0,3 Prozent aus. Damit knüpft die heimische Konjunktur allmählich an den fulminanten Jahresstart an. Ökonomen rechnen wegen der Schuldenkrise im Euro-Raum zum Jahresende jedoch mit einem Dämpfer.

Von Reuters befragte Analysten hatten dieses Ergebnis vorausgesagt. „Dazu trugen insbesondere die gestiegenen privaten Konsumausgaben bei“, sagte ein Statistiker. Im Frühjahr fiel das Wachstum zudem stärker aus als bislang angenommen: Das Bundesamt korrigierte es von 0,1 auf 0,3 Prozent nach oben.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Für Schwung sorgten im Sommer auch die Unternehmen, die wieder mehr in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen investierten. Die Bauausgaben gingen dagegen nach dem starken Jahresbeginn etwas zurück. Da Exporte und Importe etwa gleich stark zulegten, hatte der Außenhandel „kaum messbare Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal“.

Allerdings droht Deutschland in den kommenden Monaten eine Flaute. Viele Experten befürchten am Jahresende und Anfang 2012 eine Stagnation, einige sogar eine milde Rezession. Die exportabhängige Industrie spürt die Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturabkühlung bereits: Sie erhielt zuletzt deutlich weniger Aufträge aus der Währungsunion, in die etwa 40 Prozent ihrer Ausfuhren gehen. Auch in Übersee lässt das Wachstum
nach.

Im Vergleich zu vielen anderen Euro-Ländern steht Deutschland sehr gut da. Spaniens Wirtschaft stagnierte im Sommer, während die portugiesische sogar um 0,4 Prozent schrumpfte. Frankreich schaffte ein Plus von 0,4 Prozent. Eurostat veröffentlich noch am Vormittag seine Prognose für die gesamte Euro-Zone. Die 41 von Reuters befragten Analysten rechnen wie schon im Vorquartal mit einem eher mäßigen Wachstum von 0,2 Prozent.

Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal legte das Bruttoinlandsprodukt um kräftige 2,5 Prozent zu. Im Frühjahr waren es noch 3,0 Prozent. Bundesregierung, Forschungsinstitute und Wirtschaftsweise sagen für dieses Jahr ein Wachstum von rund drei Prozent voraus, erwarten 2012 aber nur noch rund ein Prozent.

Kommentare (9)

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kleinerMann

15.11.2011, 08:23 Uhr

Da kann man doch ein Fass aufmachen! JETZT KOMMT DIE WENDE!!!!!

Account gelöscht!

15.11.2011, 08:28 Uhr

Das war doch schon längst jedem klar! Dies ist eine Finanz und keine Wirtschaftskrise! Die Bänker/Politiker versuchen uns zwar immer wieder das Gegenteil einzureden aber ernsthaft glauben das nur die wenigsten.

... das ist Übrigens auch ein sehr schönes Zeichen dafür wie systemrelevant unsere Banken wirklich sind!

Paul

15.11.2011, 08:33 Uhr

Wer se glaubt wird Selig! Und bald haben wir auch keine Arbeitslosen mehr!

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