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17.12.2013

11:38 Uhr

0,9 Prozent Anstieg

Preise in der Eurozone steigen langsam

Im Oktober ist die Inflationsrate auf den niedrigsten Wert seit fast vier Jahren gefallen. Das sorgt für einen positiven Jahresabschluss der Teuerungsrate. Die EZB peilt ein festes Stabilitätsziel an.

Von der Traufe zurück in den Regen: Die Inflationsdaten von 2013 sorgen für vorsichtigen Optimismus. dpa

Von der Traufe zurück in den Regen: Die Inflationsdaten von 2013 sorgen für vorsichtigen Optimismus.

Brüssel/LuxemburgDer Preisauftrieb in der Euro-Zone bleibt gedämpft. Waren und Dienstleistungen kosteten im November im Schnitt 0,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mit. Damit wurde eine vorläufige Schätzung bestätigt. Im Oktober war die Inflationsrate mit 0,7 Prozent auf den niedrigsten Wert seit fast vier Jahren gefallen. Trotz des leichten Anstiegs im November ist die Inflationsrate aber immer noch weit niedriger, als der Europäischen Zentralbank (EZB) lieb sein kann. Sie peilt ein Stabilitätsziel von knapp zwei Prozent an.

Der niedrige Preisdruck hat Sorgen vor einer Deflation ausgelöst, also einem Preisverfall auf breiter Front. Wegen der auseinanderklaffenden Wirtschaftslage ist die Preisentwicklung im Währungsraum nach wie vor sehr unterschiedlich. In Griechenland und Zypern sinken die Verbraucherpreise, weil die Länder in der Rezession feststecken. In Staaten wie Portugal, Irland oder Spanien bewegt sich die Teuerung nur knapp über der Nulllinie. Wirtschaftlich robustere Mitgliedstaaten wie Deutschland, Österreich oder Finnland weisen zwar höhere Inflationsraten auf, allerdings liegt die Teuerung ebenfalls dort unter dem EZB-Zielwert.

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Die EZB hatte ihren Leitzins im Herbst auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt, um Deflationsgefahren im Keim zu ersticken. Die Zinsen dürften für längere Zeit niedrig bleiben und der Kurs der EZB werde damit die Konjunktur weiter stützen, betont EZB-Chef Draghi.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.12.2013, 11:48 Uhr

und wieder ein beweis das "one size fit it s all" ne doofe idee ist, hätte man nun ein flexibeles system für den innenwert des Euros wäre den staaten besser zu helfen

RumpelstilzchenA

17.12.2013, 14:18 Uhr

Preise steigen langsam??? Was heißt hier langsam?

5% wären korrekt!

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