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13.10.2015

15:25 Uhr

20-Euro-Schein

EZB bereitet 2,8 Millionen Geschäfte auf neue Banknote vor

Die Euro-Zone bekommt neue Scheine: Nach dem Redesign der Fünf- und Zehn-Euro-Noten in den vergangenen Jahren ist nun der Zwanziger dran. 2,8 Millionen Geschäfte müssen sich darauf vorbereiten – mit Faltblättern der EZB.

Neue Sicherheitsmerkmale sollen den 20-Euro-Schein noch besser vor Fälschung bewahren. dpa

Euro-Scheine

Neue Sicherheitsmerkmale sollen den 20-Euro-Schein noch besser vor Fälschung bewahren.

FrankfurtGut einen Monat vor der Einführung des neuen 20-Euro-Scheins bereiten die europäischen Notenbanken die Wirtschaft auf die Banknote vor. Ab sofort versenden die Notenbanken Faltblätter an über 2,8 Millionen Geschäfte und kleinere Unternehmen im gesamten Euroraum, teilte die Europäische Zentralbank am Dienstag in Frankfurt mit.

Damit solle sichergestellt werden, dass Menschen, die mit Bargeld arbeiten, mit dem Erscheinungsbild und den Sicherheitsmerkmalen der neuen Banknote vertraut sind und sie diese Informationen an ihre Kunden weitergeben können. Der neue Zwanziger wird am 25. November ausgegeben.

Die Macht und die Mittel der EZB

Ziele

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll Preisstabilität wahren, die Wirtschaftspolitik unterstützen und Finanzstabilität sichern.

Leitzinsanpassung

Leitzinsanpassungen sind das traditionelle Mittel, um die Wirtschaft und die Arbeitsnachfrage zu dämpfen oder zu stimulieren, und so die Lohnentwicklung und die Inflation stabil zu halten.

Negativzinsen

Negativzinsen von 0,1 Prozent berechnet die EZB den Banken für deren Guthaben bei der Notenbank. Jede Bank will ihre überzähligen Guthaben zu einer anderen Bank schieben, indem sie Wertpapiere kauft oder Kredite vergibt.

Langfristkredite

Langfristkredite vergibt die EZB seit Ende 2011 und ergänzt damit die normalen kurzfristigen Kredite. Das hilft den Banken bei der Finanzierung, da Bankanleihen teurer und für manche gar nicht mehr zu haben waren.

Pfandbriefe

Pfandbriefe und Kreditverbriefungen kauft die EZB den Banken seit Herbst 2014 ab. Auch das hilft bei der Refinanzierung und sorgt für mehr Bankguthaben bei der EZB, was die Bereitschaft zur Kreditvergabe erhöhen soll.

Käufe von Staatsanleihen

Käufe von Staatsanleihen als Mittel der Geldpolitik setzte die EZB erstmals 2010 ein, um die Renditen von Anleihen der Peripherieländer zu drücken, die damals kräftig nach oben schossen. Das gelang mit dem relativ kleinen Programm nur bedingt. Im September 2012 ersetzte die EZB dieses SMP-Programm durch das OMT-Programm. Sie erklärte sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Bisher kam das Programm nicht zum Einsatz. Seit März 2015 erwirbt sie mit einem erweiterten Kaufprogramm im großen Stil Staatsanleihen. Der Gegenwert landet als Bankguthaben bei den Verkäufern, zum Beispiel Fonds, und als überschüssiges Guthaben auf den Zentralbankkonten der Banken. Das treibt vor allem die Kurse von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Immobilien in die Höhe. Indirekt soll das die Wirtschaft ankurbeln.

Notkredite

Notkredite (ELA) können nationale Zentralbanken des Euro-Raums ihren heimischen Banken gewähren, wenn diese nicht mehr genug gute Sicherheiten für normale EZB-Kredite haben. Die EZB muss diese ELA-Kredite genehmigen. Untersagt sie sie, etwa wenn Griechenland sich nicht mit den Gläubigern einigen kann, haben die Banken keinen Zugang zu Euro-Guthaben und Euro-Bargeld mehr, was zur Schließung und letztlich zum erzwungenen Austritt aus der Währungsunion führen kann.

Von

dpa

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