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19.06.2013

07:12 Uhr

Abenomics zeigt Wirkung

Japans Exporte steigen um zehn Prozent

Die ultralockere Geldpolitik in Japan zeigt Erfolge. Dank der schwachen Landeswährung sind die japanischen Ausfuhren im Mai kräftig gestiegen. Das Handelsdefizit fiel dadurch geringer aus als erwartet.

Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe hat einen Kurswechsel in der japanischen Geldpolitik eingeleitet. Das Resultat ist eine schwächere Landeswährung, die dem Export nutzt. ap

Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe hat einen Kurswechsel in der japanischen Geldpolitik eingeleitet. Das Resultat ist eine schwächere Landeswährung, die dem Export nutzt.

TokioDie japanischen Exporte sind im Mai im Jahresvergleich gestiegen und zwar den dritten Monat in Folge. Wie das Finanzministerium in Tokio am Mittwoch mitteilte, wuchsen die Ausfuhren im Mai um 10,1 Prozent. Ein schwächerer Yen und ein leichter globaler Nachfrageanstieg haben anscheinend zur weiteren Erholung der Exporte beigetragen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nicht mit so einem deutlichen Anstieg gerechnet. Ihre Prognose lag bei plus 6,5 Prozent.

Die Importe stiegen den Angaben zufolge um 10,0 Prozent im Mai. Das war der siebte Monat mit einem Plus in Folge. Die Erwartungen der Volkswirte lag bei 10,8 Prozent. Das Defizit in der Handelsbilanz lag nach den Angaben des Ministeriums bei 993,9 Milliarden Yen. Die Prognose der Volkswirte war ein Defizit von 1,2 Billionen Yen.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Japan hat ein einzigartiges Experiment gestartet, das die bisherige Krisenpolitik in Europa und den USA weit in den Schatten stellt. Innerhalb von nur zwei Jahren will die japanische Notenbank die Geldmenge des Landes verdoppeln und mit diesen Mitteln vor allem heimische Staatsanleihen kaufen. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die japanische Notenbank pumpt bis 2014 eine Billion Euro in die Wirtschaft – 77 Prozent oder 770 Milliarden Euro davon sollen in japanische Staatsanleihen mit langer Laufzeit fließen. Die extreme Ausweitung der Geldmenge hat zu einer deutlichen Abwertung des Yen geführt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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OleLakshmiMuellerSchabrunski

19.06.2013, 09:05 Uhr

Ein riesiges Strohfeuer, oder besser Fiat-Money-Feuer.

Abwrackprämie auf Steroiden. Am Ende bleiben dennoch nur Schrumpelrosinen.

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