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26.01.2012

11:19 Uhr

Abkopplung

Deutschland hui, Europa pfui

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust: Während die Euro-Zone in der Rezession versinkt, regiert hierzulande die Zuversicht. Einige Ökonomen sprechen schon wieder von einem Aufschwung. Eine Gefahr allerdings bleibt.

Animierter Bundesadler: Deutschland koppelt sich ab. dpa

Animierter Bundesadler: Deutschland koppelt sich ab.

Düsseldorf/BerlinHiobsbotschaften produzieren zurzeit nur die anderen: Erst am Dienstag hat der Internationale Währungsfonds (IWF) der Euro-Zone düstere Zeiten prophezeit. Auf einen Wirtschaftsrückgang von fünf Prozent müssten sich die Länder der Währungsgemeinschaft in diesem Jahr einstellen, schrieben die IWF-Experten in ihrer aktuellen Prognose.

Doch die deutsche Wirtschaft gibt sich davon unbeeindruckt. Gestern erst legte der Ifo-Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge zu und hat den höchsten Stand seit August 2011 erreicht. Heute dann gab es gleich zwei gute Nachrichten: Die Laune der Konsumenten hat sich ebenfalls weiter verbessert, und die Rezession wird Deutschland vermutlich erspart bleiben.

Das Konsumklima verbesserte sich trotz Schuldenkrise und Konjunkturflaute überraschend stark. Das GfK-Barometer für Februar kletterte um 0,2 auf 5,9 Punkte, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilte. Besser war die Stimmung zuletzt im März 2011. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich 5,6 Zähler erwartet. „Die Konsumenten stemmen sich weiter gegen zunehmende Konjunkturrisiken sowie die anhaltende Schuldenkrise im Euroraum“, sagte GfK-Experte Ralf Bürkl. Sie wollen mehr Geld für größere Anschaffungen ausgeben, schätzen die Konjunkturaussichten besser ein und rechnen mit steigenden Einkommen.

Den größten Sprung nach oben machte der Index für die Kaufbereitschaft. Er legte im Januar um 14,4 auf 41,8 Zähler zu. „Ein höherer Wert war zuletzt vor mehr als fünf Jahren, im Dezember 2006, zu verzeichnen“, sagte Bürkl.

Die ausgesprochen starke Kauflust der Deutschen hat mehrere Gründe. „Zum einen sorgt die gute Beschäftigungsentwicklung unter den Arbeitnehmern für eine sinkende Angst vor Arbeitslosigkeit und stärkt damit die Planungssicherheit“, sagte der GfK-Experte. „Zum zweiten stützt die rückläufige Inflation die Konsumneigung.“ Die Deutsche Bank erwartet in diesem Jahr nur noch eine Teuerungsrate von etwa 1,5 Prozent. 2011 hatte sie noch bei 2,3 Prozent gelegen.

Auch die Banken- und Schuldenkrise beflügele die Kaufbereitschaft, sagte Bürkl: „Vor dem Hintergrund des fehlenden Vertrauens der Bundesbürger in den Finanzmarkt sowie der historisch niedrigen Zinsen tendieren die Verbraucher eher dazu, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen zu stecken, anstatt sie auf die hohe Kante zu legen.“

Kommentare (11)

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Motivator

26.01.2012, 11:51 Uhr

Wir arbeiten auch brav und deutlich über 8 Std. täglich, ggf. auch samstags und sonntags für den Job. Andere gehen momentan -gucke mal in der City wer sich da so rumtreibt- nicht zum Job bzw. sind nicht an der Arbeit. Und im Süden ist die Anzhal derer die sich den Arsch aufreißen garantiert nicht mehr. eher das gegenteil dürfte der Fall sein.

Also wir tun was und alle wollen was haben, nämlich unser Geld. Der Staat nimmt's, er veteilt's. Tendenz steigend:

Wetten?

Ich bin wieder motiviert!!!!!

Revolutzer

26.01.2012, 11:57 Uhr

....und dann wundern wir uns über Depressionen, Scheidungen, keine Kinder etc.
Was funktioniert ist die Geldverteilung. Mal gucken ob das jetzt auch in Europa funktioniert.

Huerlimann

26.01.2012, 12:31 Uhr

Die Überschrift ist sehr provokant liebes HB. Deutschland über alles? Den Satz kannten wir schon. Aber Europa pfui ist eine Beleidigung unserer Nachbarn. Ich würde mir das als Pole oder Tscheche nicht bieten lassen. Schon mal da gewesen? Da geht die Post ab. Die Menschen sind fleißig und zuversichtlich und leben ohne den Euro recht gut.

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