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25.02.2015

17:36 Uhr

Ärmstes EU-Land

Bulgarien plant Milliarden-Geldaufnahme im Ausland

Bulgarien, ärmstes Land der EU, hat ein Abkommen über die Aufnahme von acht Milliarden Euro im Ausland ratifiziert. Ein Teil des Geldes soll das klaffende Haushaltsloch der amtierenden Mitte-Rechts-Regierung schließen.

Das bulgarische Parlament hat ein Abkommen ratifiziert, das es dem Land erlaubt bis zu acht Milliarden Euro im Ausland aufzunehmen. dpa

Frisches Geld

Das bulgarische Parlament hat ein Abkommen ratifiziert, das es dem Land erlaubt bis zu acht Milliarden Euro im Ausland aufzunehmen.

SofiaBulgarien wird trotz Protesten von Sozialisten und Nationalisten bis zu acht Milliarden Euro im Ausland aufnehmen. Das Parlament des ärmsten EU-Landes billigte am Mittwoch die Ratifizierung von Abkommen mit vier internationalen Banken, die dabei bei der Ausgabe von Wertpapieren als Vermittler agieren sollen.

Drei-Viertel des Geldes sei zur Refinanzierung alter Kredite bestimmt. Mit einem Teil des Restbetrags solle das Etatloch des Nicht-Euro-Landes für 2015 gestopft werden, wie Finanzminister Wladislaw Goranow im Parlament erläuterte.

Die seit Ende 2014 amtierende Mitte-Rechts-Regierung hat für dieses Jahr ein Defizit von bis zu drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) kalkuliert. Ministerpräsident Boiko Borissow (GERB) hatte zu Beginn der Debatten in der vergangenen Woche mit seinem Rücktritt gedroht, sollte das Regierungslager bei der Abstimmung scheitern.

Nach dem Umdenken des kleineren Regierungspartners ABW sowie der oppositionellen Türkenpartei DPS stimmten nun am Mittwoch 159 Parlamentarier mit Ja. Es gab 48 Nein-Stimmen von Abgeordneten der Sozialisten und der nationalistischen Ataka. 11 Parlamentarier enthielten sich der Stimme.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Frank Rode

25.02.2015, 19:05 Uhr

Bulgarien hat gegenwärtig nach meiner Kenntnis etwa 7 - 8 Mrd. € Staatsschulden, das ist wohl soviel wie Duisburg, oder Düsseldorf oder das Bundesland Mecklenburg- Vorpommern. Sicher werden die internationalen Banken Bulgarien zu einer weiteren Verschuldung drängen, nicht umsonst wurden im vergangenen Jahr zwei Bankenkrisen angezettelt..., und ebenso sicher wird das Land unter der IWF / EZB- Knute weiter ausgeblutet und verarmt. Mit zur kritischen Situation beitragen werden auch die sinnlosen Sanktionen gegen Russland, das in den vergangenen Jahrzehnten ein sehr großer Handelspartner und Hauptenergielieferant für dieses Land war, und mit der übergroßen Willfährigkeit bzw. Hörigkeit gegenüber der Obama- Administration schafft sich das Land immer weiter ab. Schade, ich war lange dort und würden den einfachen Menschen dort jede reale Chance von Herzen gönnen, nur ist das leider politisch nicht gewollt.

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