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11.01.2008

08:07 Uhr

Aktienmärkte reagieren positiv

US-Notenbank zu kräftiger Zinssenkung bereit

Die US-Notenbank hat weitere, kräftige Zinssenkungen in Aussicht gestellt, um eine Rezession abzuwenden. „Wir sind bereit, zusätzliche, substanzielle Maßnahmen zu treffen, um das Wachstum zu stützen und (die Wirtschaft) gegen Konjunkturrisiken abzusichern“, sagte Fed-Chef Ben Bernanke in Washington.

Fed-Chef Ben Bernanke. Foto: Reuters

Fed-Chef Ben Bernanke. Foto: Reuters

tor/mak/mm/HB NEW YORK/FRANKFURT. An den Finanzmärkten wurde das als deutlicher Hinweis gedeutet, dass die Notenbank die Leitzinsen Ende des Monats um einen halben Prozentpunkt auf dann 3,75 Prozent senken wird. An den Terminmärkten für Zinskontrakte stieg die Wahrscheinlichkeit für einen großen Zinsschritt auf fast 90 Prozent. Die Aktienmärkte in New York reagierten auf die Erklärung mit Kurssprüngen und drehten ins Plus. Der Euro stieg über die Marke von 1,48 Dollar. In der Spitze notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,4814 Dollar, soviel wie seit Ende November nicht mehr. Derzeit liegt das Leitzinsniveau in der Euro-Zone mit 4,00 Prozent um 25 Basispunkte niedriger als in den USA. Mit einen aggressiven Zinsschritt könnte die Fed das europäische Niveau unterbieten und damit den Dollar weiter unter Druck bringen.

„Wegen der jüngsten Änderungen im Ausblick und der Risiken für das Wachstum könnte eine zusätzliche Lockerung der Politik nötig sein“, sagte Fed-Chef Ben Bernanke am Donnerstag in Washington. Bei Bedarf seien „substanzielle zusätzliche Eingriffe“ nötig, um die Konjunktur zu stützen. Die Fed gehe in ihrer derzeitigen Prognose von einem schleppenden Wachstum aus, jedoch nicht von einem Abgleiten in die Rezession.

Der Fed-Chef räumte aber ein, dass die wirtschaftlichen Risiken in den USA gestiegen seien. „Die Aussichten für 2008 haben sich verschlechtert“, sagte Bernanke. Ein Grund dafür sei unter anderem der Anstieg der Arbeitslosenquote im Dezember auf fünf Prozent. „Wenn sich der Arbeitsmarkt weiter abschwächt, steigen die Risiken für den privaten Verbrauch“, betonte der Fed-Chef. Aber auch der hohe Ölpreis, die Schwäche auf dem Aktienmarkt und der Verfall der Hauspreise drückten auf den Konsum. Hinzu komme, dass die Banken die Kreditvergabe eingeschränkt hätten. Erschwert werde die Aufgabe der Fed dadurch, dass steigende Energie- und Lebensmittelkosten für einen Preisauftrieb sorgten. Das könne den Spielraum der Fed einengen, die Konjunktur zu stützen.

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