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28.01.2010

15:46 Uhr

Aktuelle Daten

US-Konjunktur „mit Schönheitsfehlern“

Die US-Auftragseingänge für langlebige Güter sind im Dezember weniger stark angestiegen als erwartet. Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren nur leicht rückläufig.

Die Flugzeugbestellungen sind in den USA massiv zurückgegangen. ap

Die Flugzeugbestellungen sind in den USA massiv zurückgegangen.

HB WASHINGTON. In den USA sind die Auftragseingänge für langlebige Güter im Dezember weniger stark als erwartet gestiegen. Auf Monatssicht seien die Aufträge um 0,3 Prozent geklettert, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem deutlicheren Plus von 2,0 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Auftragseingänge um revidierte 0,4 Prozent gefallen. Im Gesamtjahr 2009 brachen die Auftragseingänge um 20,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein.

Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Transportgüter stiegen die Auftragseingänge im Dezember um 0,9 Prozent. Von Volkswirten wurde ein Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Im Vormonat waren sie noch um revidiert 2,1 Prozent gestiegen.

Den nur leichte Anstieg der Auftragseingänge für langlebige Güter führt die Postbank vor allem auf schwache Transportorders zurück. „So kam es bei den Flugzeugbestellungen zu einem massiven Rückgang im Vormonatsvergleich“, heißt es in einer Studie vom Donnerstag. Ohne die Transportgütersparte sei das Auftragsplus sogar höher aus als erwartet gewesen. „Die Erholung der US-Industrie hält damit – mit kleinen Schönheitsfehlern – an.“

Auch die Lage am US-Arbeitsmarkt entspannt sich kaum. In der Woche zum 23. Januar stellten 470 000 Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Das waren nur 8 000 weniger als in der Vorwoche, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Es war der erste Rückgang nach drei Anstiegen in Folge, allerdings hatten Analysten im Schnitt mit einem stärkeren Rückgang auf 450 000 gerechnet.

„Die Daten zeigen, dass der Arbeitsmarkt immer noch herumkrebst“, sagte Alan Gayle von Ridgeworth Investments. Im weniger schwankungsanfälligen Vier-Wochen-Schnitt stieg die Zahl der Erstanträge auf 456 250 von 446 750 in der Woche zuvor.

Sein Beginn der Rezession sind in den USA mehr als sieben Millionen Jobs verloren gegangen, die Arbeitslosenquote verdoppelte sich auf rund zehn Prozent. „Unser Fokus muss 2010 zuerst auf Arbeitsplätzen liegen“, sagte US-Präsident Barack Obama in seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress. „Die Menschen haben keine Arbeit. Sie leiden. Sie brauchen unsere Hilfe.“ Von den Abgeordneten verlangte er, ihm sofort ein Gesetz zur Schaffung neuer Jobs vorzulegen. Obama verkündete das Ziel, innerhalb von fünf Jahren die Exporte verdoppeln zu wollen, um die Beschäftigung anzukurbeln.

Kommentare (1)

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no.7

29.01.2010, 17:18 Uhr

Was Obama äußert, ist unrealistischer Quatsch. Die exporte will er in fünf Jahren verdoppeln. So, als ob er das nur an seinem grünen tisch zu beschließen braucht, und dann geschieht es. Es wird in Wirklichkeit nicht viel passieren, denn die US-industrie ist bei normalen industrieprodukten wenig konkurrenzfähig; an eine exportoffensive ist da kaum zu denken. Würde die US-industrie allerdings entgegen der erwartung Erfolg haben, ginge das auf Kosten Deutschlands. Dann würden wir verlieren. Außerdem muß er sich überlegen,daß die firmen an export gar kein interesse haben, wenn sie alles am US_Markt wegbekommen. Wird der Export gesteigert, gehen diese Waren vom binnenmarkt weg.Also das mit den 50% mehr ist meines erachtens reines Wunschdenken. Weil er jetzt kein Geld mehr hat, um es zu verpulvern, kommt er auf solche ideen. Obama macht keine langfristig angelegte Politik, das muß man sagen. Er lebt mit seiner Politik von der Hand in den Mund. Jetzt sind die milliarden verjuxt- sinnlos. Es müßte ihm klarsein daß es in den nächsten Jahren wirtschaftlich weiter abwärtsgeht in USA und er wird immer weniger dagegen tun können.

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