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22.10.2014

15:49 Uhr

Analyse von Standard & Poor`s

Deutschland alleine kann Euro-Zone nicht retten

Deutschland steht zunehmend in der Kritik: Das Land investiere zu wenig und müsse mehr für den Euro-Raum tun. Doch die Ratingagentur S&P mahnt: Ein Konjunkturpaket nur aus Berlin würde gar nicht so viel bringen.

Der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will wegen der kriselnden Konjunktur in Europa ein 300 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm auf den Weg bringen. Reuters

Der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will wegen der kriselnden Konjunktur in Europa ein 300 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm auf den Weg bringen.

BerlinEin Konjunkturpaket allein in Deutschland würde nach Berechnungen der Ratingagentur Standard & Poor's der gesamten Euro-Zone kaum zugutekommen. Stärker würde sich wohl ein gemeinsamer Investitionsplan mehrerer Euro-Länder auf das Wachstum und die Beschäftigungslage in der Währungsunion auswirken, teilten die Bonitätswächter am Mittwoch mit.

Die Ratingagentur unterstellte in ihrer Berechnung, dass die öffentliche Hand in Deutschland die Ausgaben 2015 und 2016 um ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes – also rund 30 Milliarden Euro – erhöht. Dies würde in Deutschland bis Ende 2017 zwar rund 145.000 Jobs schaffen, aber auch die Inflation hochtreiben, „was das Land in große Unruhe versetzen würde“.

Die erhöhten Staats- und Investitionsausgaben in Deutschland würden letztlich zu Anzeichen einer überhitzten Wirtschaft führen, erklärte S&P. Davon sprechen Fachleute, wenn Zinsen und Kreditnachfrage steigen und zugleich die Produktion nicht mehr zulegen kann. Die Märkte gelten dann als gesättigt und einige Branchen stagnieren oder schrumpfen sogar.

Die Impulse eines Konjunkturpakets nur in Deutschland für die anderen Euro-Ländern wären der Ratingagentur zufolge aber „vergleichsweise moderat“. Die Wirtschaftskraft würde im Währungsraum um etwa 0,3 Prozent zulegen. Bis Ende 2017 würden rund 210.000 neue Stellen geschaffen, davon aber fast 70 Prozent in Deutschland.

Deutschland steht zunehmend in der Kritik, es investiere trotz solider Staatsfinanzen zu wenig und müsse mehr für den Euro-Raum tun. Vor allem Frankreich fordert dies. Der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will wegen der kriselnden Konjunktur in Europa ein 300 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm auf den Weg bringen.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Herr Vittorio Queri

22.10.2014, 16:02 Uhr

>> Deutschland alleine kann Euro-Zone nicht retten >>

Deutschland muss zur Zeit die Ukraine retten.

Anschliessend muss es sich selbst retten.

Für die ERUtopia hat Deutschland keine Eier in der Hose !

Herr Peter Spiegel

22.10.2014, 16:02 Uhr

"Deutschland alleine kann Euro-Zone nicht retten"

Das macht doch Hoffnung!

Frau Margrit Steer

22.10.2014, 16:07 Uhr

Doch, Deutschland rettet alle. Das ist alternativlos

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