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02.03.2004

09:01 Uhr

Analysten überrascht

Einzelhandel setzt im Januar mehr um

Das Weihnachtsgeschäft war enttäuschend, so enttäuschend, dass es eigentlich nur besser werden konnte. Und tatsächlich: Die Deutschen haben zu Jahresbeginn wieder mehr Geld ausgegeben. Experten sind vom Umsatzanstieg im Einzelhandel überrascht.

HB BERLIN. Die Branche habe nach Herausrechnung der Preisveränderung (real) 3,1 % mehr verkauft als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Nominal belief sich das Umsatzplus zum Vormonat saisonbereinigt auf 3,3 %. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich ein reales Umsatzplus von 1,5 % erwartet. Ulla Lahl, Analystin bei der Mizuho Corporate Bank, sagte, die Einzelhandelsdaten könnten ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die Verbraucher auf die Steuersenkung zum 1. Januar positiv reagierten.

Im Vergleich mit Januar 2003 gingen die Umsätze in der Branche allerdings zurück, real um 1,0 % und nominal um 0,2 %. Die Branche geht in diesem Jahr von einer - wenn auch zögerlichen Trendwende - aus und hält ein Umsatzplus von bis zu einem Prozent für möglich. 2003 war der Branchenumsatz um fast ein Prozent gefallen.

Nach Angaben des Amtes wurde im Januar im Einzelhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren real fast ein Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr. Dabei steigerten Lebensmittelgeschäfte mit einem breiten Sortiment wie Supermärkte und SB-Warenhäuser ihren Umsatz um real gut ein Prozent. Der Facheinzelhandel mit Nahrungsmittel - zum Beispiel Fischgeschäfte - setzte dagegen real knapp 3 % weniger ab. Im Nicht-Nahrungsmittel-Bereich ging der Umsatz zum Januar 2003 um mehr als zwei Prozent zurück. Dabei verzeichnete der Versandhandel mit einem Minus von zehn Prozent einen drastischen Einbruch.

Bereits die jüngste Verbraucher-Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte im Januar überraschend eine Aufhellung der Konsumentenstimmung ergeben. Die Aufregung um die zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Reformen habe sich offensichtlich gelegt, hatte die GfK erklärt. Im Dezember war noch von einem Konsumentenstreik die Rede gewesen. Analystin Lahl wertete die Januar-Daten zwar positiv, schränkte aber ein: „Es ist nur ein Monat, wir müssen die weitere Entwilckung abwarten.“ Stephen Webster von der Analysten-Firma 4CAST betonte, um in diesem Jahr ein ordentliches Wirtschaftswachstum zu bekommen, müsse der private Konsum in Deutschland deutlich anziehen.

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