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21.09.2011

21:35 Uhr

Anleihen-Umschichtung

Bernankes Twist soll die Stimmung drehen

VonNils Rüdel

Die Konjunktur ist weiter schwach, die Politik blockiert sich selbst: Um endlich Schwung in die US-Wirtschaft zu bringen, versucht es die US-Notenbank Fed nun mit einem ungewöhnlichen Trick: der „Operation Twist“.

Fed-Chef Bernanke schichtet das US-Staatsanleihenportfolio der amerikanischen Notenbank um. dpa

Fed-Chef Bernanke schichtet das US-Staatsanleihenportfolio der amerikanischen Notenbank um.

WashingtonUS-Notenbankchef Ben Bernanke greift erneut in die Trickkiste, um die lahmende US-Konjunktur wieder zum Laufen zu bekommen. Kern der Maßnahmen ist der so genannte Twist: Die Fed schichtet ihr Anleiheportfolio um und will bis Mitte kommenden Jahres für 400 Milliarden Dollar langfristige US-Staatsanleihen aufkaufen. Dabei soll allerdings kein neues Geld in Umlauf kommen: Zur Finanzierung sollen kürzer laufende Titel mit Laufzeiten von unter drei Jahren verkauft werden. Das teilte die Fed nach einer Sitzung des für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses mit.

Mit dem an die „Operation Twist“ der Notenbank im Jahr 1961 angelehnten Schritt will Bernanke die langfristigen Zinsen senken. Dadurch sollen Kredite tendenziell billiger werden – und Wirtschaft und Verbraucher wieder mehr Geld ausgeben. Den Leitzins beließen die Notenbanker wie erwartet bei 0 bis 0,25 Prozent.

Nach der Ankündigung legte der Dollar zu, der Goldpreis gab nach. Die Zinsen auf zehnjährige Staatsanleihen fielen auf 1,87 Prozent – der tiefste Stand seit 60 Jahren. Auch die Börsen gaben nach.

Dazu trug auch der Begleitkommentar der Notenbanker bei. Die wirtschaftliche Lage bleibe schwach, vor allem der Arbeitsmarkt bereite weiterhin Sorgen, hieß es darin. Die verwundbarste Stelle der US-Wirtschaft bleibe der Häusermarkt, wo die Krise 2007 begonnen hatte. Zusätzlich zum Twist will die Fed deshalb auslaufende hypothekenbesicherte Anleihen und andere Immobilienpapiere in ihren Beständen wieder ersetzen.

Die unabhängige Fed traf ihre Entscheidung in einem stark aufgeheizten politischen Umfeld. Auf der einen Seite drängen die Demokraten Notenbank-Präsident Ben Bernanke zu weiteren Maßnahmen und applaudierten schon vor dem offiziellen Statement des Offenmarktausschusses am Mittwoch. Angesprochen auf Operation Twist, sagte der einflussreiche Abgeordnete Barney Frank im TV-Sender MSNBC: „Das funktioniert ziemlich gut.“

Die Republikaner auf der anderen Seite wollen Bernanke am liebsten zum Nichtstun verdonnern. „Lassen Sie weitere Eingriffe in die Wirtschaft sein“, forderten führende Politiker, darunter der Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, in einem Brief an die Fed – ein ungewöhnlicher Schritt.

Kommentare (12)

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21.09.2011, 20:49 Uhr

Eine Duration-Shift cash-balence free mit einer flattening Kurve ist ja mal ganz neues...

Account gelöscht!

21.09.2011, 20:50 Uhr

Eine Duration-Shift cash-balance-free mit einer flattening Kurve ist ja mal ganz neues...

Account gelöscht!

21.09.2011, 21:12 Uhr

Duration-Shift cash-balence free mit einer flattening Kurve? Was ist den das bitte?

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