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31.05.2013

08:53 Uhr

Anstieg der Industrieproduktion

Japans aggressive Witschaftspolitik trägt Früchte

Japan profitiert von guten Exportgeschäften: Zwar verharrt die Arbeitslosenquote immer noch, doch die Industrieproduktion steigt weiter an. Experten bezweifeln jedoch, dass der Boom nachhaltig ist.

Mitarbeiter von Mitsubishi im Werk in Osaka: Japanische Unternehmen profitieren von niedrigen Kursen. dpa

Mitarbeiter von Mitsubishi im Werk in Osaka: Japanische Unternehmen profitieren von niedrigen Kursen.

Die massive Geldspritze der Notenbank und die Wachstumspolitik der Regierung in Japan helfen der Konjunktur auf die Sprünge. Die Industrieproduktion der zweitgrößten Volkswirtschaft Asiens stieg den fünften Monat in Folge. Im April erhöhte die Industrie ihren Ausstoß um 1,7 Prozent, wie aus Daten des Wirtschaftsministeriums am Freitag hervorging. Analysten hatten lediglich mit 0,6 Prozent gerechnet. Der Anstieg ist auf eine Verbesserung bei den Exportgeschäften zurückzuführen. Für Mai rechnen die vom Ministerium befragten Unternehmen jedoch nur noch mit einer Stagnation der Industrieproduktion und für Juni sogar mit einem Rückgang um 1,4 Prozent.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes zeigte im Mai auch weiter nach oben. Der von der Japan Materials Management Association zusammen mit Markit erhobene Indikator stieg saisonal bereinigt auf ein Niveau von 51,5 Einheiten von 51,1 im April. Ein Wert von über 50 Zählern signalisiert dabei eine Expansion in dem Sektor.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Bei den Arbeitslosenzahlen gab es im April keine Änderung. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote Japans stagnierte bei 4,1 Prozent, wie das Innenministerium mitteilte. Experten hatten auch mit dieser Rate gerechnet. Die Zahl neuer Stellenangebote kletterte binnen Jahresfrist um 10,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stand aber ein Minus von 0,1 Prozent.

Ein großes Problem bleibt die Deflation in Japan: Die Verbraucherpreise gehen weiter nach unten. Im April gab es den sechsten Rückgang in Folge, wie Regierungsdaten zeigten. Demnach betrug das Minus in der Kernrate wie von Analysten erwartet 0,4 Prozent. In der Kernrate werden zwar Energiepreise berücksichtigt, nicht aber die stark schwankenden Preise für bestimmte Nahrungsmittel. Die Daten unterstreichen, dass es für die japanische Notenbank im Kampf gegen die Deflation sehr schwer sein wird, mit ihrer Geldpolitik die angestrebte Inflation von zwei Prozent zu erreichen.

Dank der nach Ministerpräsident Shinzo Abe benannten ebenso aggressiven wie umstrittenen Wirtschaftspolitik wächst Japan derzeit so schnell wie kein anderes großes Industrieland. Geldschwemme und Konjunkturprogramme dürften den Aufschwung noch eine Weile befeuern. Experten zweifeln aber, dass der teuer erkaufte Boom nachhaltig sein wird.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

31.05.2013, 09:47 Uhr

"Ein großes Problem bleibt die Deflation in Japan: Die Verbraucherpreise gehen weiter nach unten. Im April gab es den sechsten Rückgang in Folge, wie Regierungsdaten zeigten. Demnach betrug das Minus in der Kernrate wie von Analysten erwartet 0,4 Prozent."

Wahnsinn, Japan ist ein Billigstland. Nichts wie hin Leute. Fuer so manchen mag die Reise gleich am Flughafen zu Ende sein, weil er sich das Taxi nicht leisten kann :-((((((

Deflation: beispielsweise die ganzen Elektronikartikel werden immer billiger und keiner kauft sie mehr, weil die Leute darauf warten, dass sie noch billiger werden. Apple und andere leiden extrem darunter. Auch Foxconn ist schon am verzweifeln.

Ja, Deflation ist schrecklich. Zum Glueck kann die Regierung dadurch endlos Geld drucken. Der einzige gangbare Weg ;-)

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