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27.01.2013

14:59 Uhr

Appell an die EZB

Irland braucht dringend mehr Zeit für Kredit-Tilgung

Irland braucht den Aufschub der Hilfsgelder-Rückzahlungen dringend. Ein Scheitern der Verhandlungen über die spätere Zahlung könne „katastrophale Auswirkungen“ haben, so Irlands Vize-Ministerpräsident Gilmore.

Irland braucht dringend einen Aufschub bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite, sagte Vize-Ministerpräsident Eamon Gilmore. AFP

Irland braucht dringend einen Aufschub bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite, sagte Vize-Ministerpräsident Eamon Gilmore.

DublinIrland hat in dramatischen Worten vor einem Scheitern der Gespräche über einen Aufschub bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite gewarnt. Sollten die Verhandlungen nicht erfolgreich beendet werden, könnte dies "katastrophale Auswirkungen" haben, wollte Vize-Ministerpräsident Eamon Gilmore laut Redetext am Sonntag auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Chile sagen. Gilmore forderte demnach auf dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman van Rompuy eine "angemessene Einigung".

Der Europäische Rettungsfonds ESM hat Irland wie auch Portugal mehr Zeit in Aussicht gestellt. EU-Kreisen zufolge lehnt der EZB-Rat jedoch die bevorzugte Lösung Irlands als unzulässige Staatsfinanzierung ab. Diese sieht die Umwandlung eines Schuldscheins, der zur Stützung der Anglo Irish Bank ausgegeben worden war, in langfristige Staatsanleihen vor.

"Es handelt sich um eine Grundsatzfrage", hieß es in den Kreisen. Man wolle keinen Präzedenzfall schaffen. Nun sei Irland am Zug und müsse einen neuen Vorschlag auf den Tisch legen. "Es gibt Dinge, die geändert werden müssen, und Dinge, über die man sich noch verständigen muss", sagte Verkehrsminister Leo Varadkar dem Fernsehsender RTE. Irland sei weiterhin zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommen werde.

Irland hat bisher 21,7 Milliarden Euro vom ESM und weitere zwölf Milliarden Euro vom EFSF erhalten. Die Kredite aus dem EFSF haben eine durchschnittliche Laufzeit von fast zehn Jahren. Ziel des Inselstaates ist es, zu vermeiden, bis 2023 jährlich 3,1 Milliarden Euro aufbringen zu müssen, um den für Anglo Irish aufgelegten Schuldschein zu bedienen. Bis März soll eine Lösung gefunden sein. Dann ist die nächste Zahlung fällig. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Land in einem komplizierten Deal die Begleichung der Rate verschoben.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

27.01.2013, 15:12 Uhr

Ach nee, Irland ist doch der "Musterschüler". Und nun das?

Die nächsten, die dann jammern, sind die Banken, wenn sie die Billion von der EZB nach 3 Jahren zurück zahlen sollen.

RDA

27.01.2013, 16:51 Uhr

Wo sind wir hier eigentlich? Die irische Regierung soll selbst erstmal die Unternehmensbesteuerung erhöhen und das Steuerdupming per "double Irish with a Dutch sandwich" abstellen. Danach kann man über Hilfen aus den anderen EU-Staaten (de facto: Deutschland) reden.

Account gelöscht!

27.01.2013, 17:33 Uhr

Wäre ich ein Schuldner, würde ich auch gerne die Bedienung der Schulden solange aussetzen lassen bis die Inflation das meiste getilgt hat. Was danach noch übrig bleibt wird dann mit einem Frachter irischer Butter bezahlt.

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