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06.07.2011

12:19 Uhr

Arbeitnehmer-Statistik

Inflation frisst Lohnsteigerungen auf

Millionen deutsche Arbeitnehmer profitieren vom wirtschaftlichen Aufschwung, die Löhne sind im ersten Halbjahr gestiegen. Die andere Seite der Medaille: Die Inflation frisst die Zuwächse wieder auf.

Millionen Arbeitnehmer dürfen sich 2011 über steigende Löhne freuen - diese helfen zumindest, die Inflation im Geldbeutel auszugleichen. Quelle: dapd

Millionen Arbeitnehmer dürfen sich 2011 über steigende Löhne freuen - diese helfen zumindest, die Inflation im Geldbeutel auszugleichen.

BerlinDie boomende Konjunktur hat im ersten Halbjahr 2011 zu deutlich höheren Tarifabschlüssen geführt. Für 2011 errechne sich für 12,3 Millionen Beschäftigte aus den neuen Tarifverträgen und aus länger laufenden Abschlüssen des Vorjahres eine durchschnittliche nominale Tarifsteigerung von 2,0 Prozent, wie das WSI-Tarifarchiv am Mittwoch mitteilte.

Die diesjährigen Abschlüsse lägen mit 2,3 Prozent im Schnitt über der Steigerung von 1,8 Prozent, die sich für das laufende Jahr noch aus alten Verträgen ergebe.

„Die Tarifsteigerungen sind zwar erkennbar höher ausgefallen als im Vorjahr, aber sie werden durch den unerwartet starken Anstieg der Verbraucherpreise größtenteils wieder aufgezehrt“, sagte der Leiter des Düsseldorfer WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. In einigen Branchen werde eine Sicherung der realen Tarifeinkommen voraussichtlich nicht gelingen. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) gehört zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Der Anstieg der Tarifgehälter dürfte sich nach Bispincks Einschätzung noch beschleunigen, wenn sich der Aufschwung 2012 fortsetzt.

Nicht nur die Tarifgehälter steigen, auch die Beschäftigung legt weiter zu. Davon profitieren nach einer Studie des zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden Forschungsinstituts IAB Vollzeitjobs am stärksten. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten sei im ersten Quartal im Jahresvergleich um 1,6 Prozent auf 23,53 Millionen gestiegen. Die Teilzeitbeschäftigtenzahl habe um 1,5 Prozent auf 12,475 Millionen zugelegt.

„Im Zuge der anhaltenden wirtschaftlichen Belebung wird in Deutschland insgesamt wieder länger gearbeitet“, erklärten die Arbeitsmarktforscher. Die Wochenarbeitszeit sei leicht gestiegen, es habe mehr bezahlte Überstunden gegeben, und Arbeitszeitkonten seien aufgefüllt worden. Auch der Anstieg der Krankenstandsquote setzte sich fort: Sie lag im ersten Quartal mit 4,27 Prozent deutlich über dem Vorjahr von 3,77 Prozent.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen aller gut 40,4 Millionen Erwerbstätigen nahm laut IAB im ersten Quartal um 2,8 Prozent auf 14,7 Milliarden geleistete und bezahlte Arbeitsstunden zu. Die Produktivität je Arbeitsstunde sei um 2,3 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Dies sei erstmals seit fünf Jahren wieder ein kräftiger Anstieg.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

07.07.2011, 07:47 Uhr

Unerwarteter Anstieg der Verbraucherpreise? Wieso unerwartet? Das ist erst der Anfang einer abzusehenden Entwicklung. Neben den Steigerungen aus importierten Rohstoffen erleben wir eine Finanz- und Geldpolitik, deren Folgen auch den Gewerkschaftsleuten klar sein müßte.

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