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28.01.2010

09:39 Uhr

Arbeitslosenquote

Winter hält Arbeitsmarkt fest im Griff

VonDietrich Creutzburg

Das gerühmte deutsche "Beschäftigungswunder" dauert an, der schon seit Monaten verblüffend günstige Arbeitsmarkttrend hat auch die kritische Phase des Jahreswechsels überdauert. Nur Aufgrund des strengen Winters und der nachlassenden konjunkturellen Belebung sind deutlich mehr Menschen im Januar arbeitslos gewesen als im Monat zuvor. Volkswirte zeigen sich erleichtert, sie hatten mit einem noch stärkeren Anstieg gerechnet.

BA-Chef Weise: Arbeitslosenzahl steigt deutlich. ap

BA-Chef Weise: Arbeitslosenzahl steigt deutlich.

BERLIN. Zwar hat sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Januar kräftig erhöht - doch der Anstieg um 342 000 auf 3,617 Millionen laut Bundesagentur für Arbeit (BA) lässt sich fast vollständig mit der Winterflaute erklären. Im Kern sei die Lage "weiter robust", kommentierte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Donnerstag die Daten.

Einen besonders anschaulichen Beleg dafür liefert ein Vergleich mit dem jeweiligen Vorjahresmonat: Zwar ist die Arbeitslosenzahl aktuell um 128 000 höher als im Januar 2009. Doch hat sich dieser Abstand seit Herbst fortlaufend verringert. Im September hatte die BA noch einen Anstieg um 275 000 gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit hat sich damit zumindest vorübergehend deutlich verlangsamt.

Am Jahresende schnellt die Zahl der Arbeitslosen stets nach oben

Dass die Zahlen jeweils von Dezember auf Januar abrupt in die Höhe schnellen, gehört dagegen zum üblichen Saisonverlauf. Zum einen werden am Jahresende stets besonders viele Arbeitsverhältnisse beendet, zum anderen drückt die Winterflaute die Beschäftigung. Trotz Rezession und besonders frostiger Witterung haben diese Faktoren diesmal aber nicht stärker durchgeschlagen als Anfang 2009.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) warnte dennoch vor zu viel Optimismus. Es gebe "noch keine Erholung am Arbeitsmarkt", betonte sie. Zudem würden die Unternehmen gerade wegen der bisher so intensiv praktizierten Jobsicherung "auch bei verbesserter Auftragslage zunächst nicht neu einstellen".

Von der Leyen sieht große Risiken und macht Metallern Hoffnung

Im neuen Jahreswirtschaftsbericht kalkuliert die Bundesregierung für das laufende Jahr zwar mit einer deutlich günstigeren Arbeitsmarktentwicklung als noch im Herbst: Statt 4,1 Millionen Arbeitslosen erwartet sie nun noch 3,74 Millionen im Jahresmittel. Die Arbeitsministerin erkennt aber weiter große Risiken: Die wirtschaftliche Erholung beginne langsam - parallel aber kämen Unternehmen bei den Kosten der Jobsicherung an die Grenzen der Belastbarkeit. "Noch ist unklar, welche Entwicklung die nächsten Monate dominieren wird", sagte von der Leyen. Der Arbeitsmarkt brauche "weiter volle Aufmerksamkeit".

Besonders die Metall-Tarifparteien werden die Analyse der Ministerin mit Interesse registrieren: Sie werben bei der Regierung seit Monaten dafür, dass sie die Jobsicherung per Kurzarbeit oder Arbeitszeitverkürzung durch zusätzliche Sozialabgaben-Entlastungen unterstützt. "Ohne aktives Handeln von Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften ist ein gravierender Rückgang von Arbeitsplätzen das wahrscheinlichste Szenario", hatte IG-Metall-Chef Berthold Huber zu Wochenbeginn gewarnt.

Kommentare (2)

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aruba

28.01.2010, 21:38 Uhr

Guten Tag,..... Da wir mittlerweile auf Privatsenderniveau gelandet sind. Wie waere es mit einem Turbo fuer das " Aufschwungsbeschleunigungsprogramm " Promis, Modells, Entertrainer und Coach's koennten sich anstelle der Standarte einen Fuchsschwanz an den Kotfluegel nageln. Dies wuerde den Waehler annimieren wieder Opel zu kaufen. besten Dank

no.7

28.01.2010, 21:42 Uhr

Die entscheidende Frage bei dem ganzen ist doch die: Kann die öffentliche Hand auf dauer mehr Arbeitsplätze schaffen oder nur solange Milliarden aus dem "Konjunkturpaket" fließen ? Und genau letzteres wird meiner Meinung nach nächstes Jahr eintreten: Der öffentliche sektor insgesamt muß sparen und daher die neuen Arbeitsplätze wieder abbauen. Die Leute waren dann eine Zeitlang auf Pump beschäftigt und werden dann wieder arbeitslos. Das will man aber jetzt nicht wahrhaben, daher wird der Öffentlichkeit was von Jobaufbau im öffentlichen bereich erzählt. Und dann möchte ich sehen, in welche Arbeitsplätze Koch die Hartz4-empfänger denn überhaupt zuweisen will. Eine solche Menge an Arbeitsplätzen steht ja in keiner Weise zur Verfügung, gleichwohl ist die Politik seit Schröder bemüht, uns das vorzulügen.Genau das Gegenteil ist der fall: Der Markt ist über weite Strecken leergefegt, angeboten werden nur Aufstocker-Jobs.

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