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27.04.2014

14:33 Uhr

Arbeitsmarkt

Betriebe zögern mit Neueinstellungen

ExklusivDie deutsche Wirtschat brummt, trotz Krise in einigen Euroländern. Arbeitslose werden kaum profitieren. Eine Analyse zeigt: Bei Einstellung neuer Mitarbeiter halten sich die Unternehmen zurück.

Stahlbeton: Die Unternehmen stocken ihr Personal nur zögerlich auf. dpa

Stahlbeton: Die Unternehmen stocken ihr Personal nur zögerlich auf.

DüsseldorfDie derzeit gute Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen wird wohl kein Beschäftigungsfeuerwerk entfachen. Dies signalisiert das Ifo-Beschäftigungsbarometer, dass das Münchner Institut monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnet.

Im April verharrte der Index auf dem Vormonatsniveau von 107,4 Punkten; insgesamt blieb die Einstellungsbereitschaft für die kommenden drei Monate unverändert. „Mit einer positiven Beschäftigungsdynamik ist vor allem im Dienstleistungssektor zu rechnen. Die anderen Branchen sind vorerst zurückhaltender mit Neueinstellungen“, sagte Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe dem Handelsblatt. Der Experte betreut die repräsentative Umfrage unter 9.500 Firmen.

Wer den Mindestlohn nicht bekommt

Zeitungsausträger und Saisonarbeiter

Bei einigen Branchen wie etwa den Zeitungsausträgern oder Erntehelfern besteht das Problem, dass nicht nach Arbeitszeit bezahlt wird. Solche Stunden- und Akkordlöhne soll es auch weiterhin geben können. Allerdings muss gewährleistet sein, dass der Betrag von 8,50 in einer Stunde erreicht werden kann.

Ehrenamtliche und Praktikanten

Nicht gelten wird der Mindestlohn auch für ehrenamtlich Tätige sowie Praktikanten, die im Rahmen einer Aus- oder Weiterbildung ein Pflichtpraktikum absolvieren. Ausgenommen sind auch freiwillige Praktika zur beruflichen Orientierung, wenn sie nicht länger als sechs Wochen dauern. Für die Langzeitpraktikanten, die bislang oft zu Hungerlöhnen arbeiten, soll der Mindestlohn hingegen gelten. „Wir wollen, dass die Generation Praktikum der Vergangenheit angehört“, betont Ministerin Nahles.

Langzeitarbeitslose

Wer nach mindestens zwölfmonatiger Arbeitslosigkeit einen neuen Job bekommt, hat in den ersten sechs Monaten keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Damit soll der Anreiz erhöht werden, Erwerbslose einzustellen. Die Bundesregierung will aber bis Anfang 2017 überprüfen, ob diese Ausnahme die Beschäftigungschancen von Langzeitarbeitslosen erhöht.

Jugendliche

Ausgenommen vom Mindestlohn werden Jugendliche unter 18 Jahren. Durch die Altersgrenze soll vermieden werden, dass sich junge Leute einen Job suchen, ohne eine - in der Regel schlechter bezahlte - Ausbildung zu absolvieren. Denn Auszubildende bekommen keinen Mindestlohn.

Ein mögliches Hemmnis für Neueinstellungen könnte die Aussicht auf die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns im Jahr 2015 sein. Nach Prognosen der führenden Wirtschaftsinstitute kostet dieser 200.000 Jobs. Im Verarbeitenden Gewerbe sank das Beschäftigungsbarometer nun schon zum dritten Mal in Folge.

Am Mittwoch wird die Bundesagentur für Arbeit neue Daten für April vorstellen. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um etwa 10.000 Personen.

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