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20.01.2010

11:57 Uhr

Arbeitsmarkt

Briten schütteln Jobkrise ab

Der Arbeitsmarkt in Großbritannien könnt die Trendwende geschafft haben. Die Lage hat sich jedenfalls im Dezember überraschend stark verbessert. Die Bank von England warnt jedoch vor verfrühter Euphorie und spricht von Gegenwind, der auf die Wirtschaft zukomme.

Großbritannien steckte länger in der Rezession als die meisten Länder der Euro-Zone. Reuters

Großbritannien steckte länger in der Rezession als die meisten Länder der Euro-Zone.

HB LONDON. Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosenhilfe sank nach jüngsten Daten vom Mittwoch um 15 200 - mehr als sechsmal so stark wie von Experten erwartet. So stark war die Arbeitslosigkeit zuletzt im April 2007 gesunken. „Es sieht so aus, als ob der Arbeitsmarkt die Trendwende geschafft hat“, sagte George Buckley von der Deutschen Bank. Experten warnten dennoch vor allzu großem Optimismus.

Denn gleichzeitig stieg die Zahl derer an, die weder arbeiten noch eine neue Stelle suchen. In den drei Monaten bis November stieg der Anteil derer, die sich vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben, auf 21,2 Prozent aller Erwerbsfähigen. Mehr als acht Mio. Briten sind damit nicht am Arbeitmarkt aktiv, so viele wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung 1971. Das weckt Sorgen, dass die Erholung schwierig und zäh werden könnte.

Die Bank von England sieht zwar eine Rückkehr des Wachstums nach Großbritannien. Allerdings dürfte das vor allem auf die Konjunkturpakete und das schwächere Pfund zurückzuführen sein. Zudem komme Gegenwind auf die Wirtschaft zu. Details, was das für die Konjunktur und die Inflation bedeute, würden im Februar vorgelegt, hieß es im Protokoll zur Zinssitzung von vergangener Woche.

Die Notzenbanker sprachen sich auf ihrer Sitzung am 7. Januar einstimmig für unveränderte Leitzinsen aus. Alle neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses hätten dafür plädiert, den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent zu belassen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Sitzungsprotokoll (Minutes). Auch die Entscheidung, die Höhe der Wertpapierkäufe bei 200 Mrd. Pfund (229 Mrd Euro) zu belassen, sei einstimmig erfolgt.

An der Einschätzung zur Preis- und Konjunkturentwicklung wurde kaum etwas geändert. So geht die britische Notenbank nach wie vor davon aus, dass die Inflation nach einem zwischenzeitlichen Anstieg über die von ihr angestrebte Zwei-Prozent-Marke wieder sinken wird.

Am Dienstag hatte das Statistikamt für Dezember einen überraschenden Sprung der Jahresinflation um einen ganzen Prozentpunkt auf 2,9 Prozent gemeldet. Die schwache Konjunktur dürfte mittelfristig von den starken geld- und fiskalpolitischen Impulsen sowie dem schwachen Pfund gestützt werden, hieß es in dem Bericht weiter.

Großbritannien steckte länger in der Rezession als die meisten Länder der Euro-Zone. Für das vierte Quartal erwarten Experten aber wieder Wachstum.

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