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01.09.2015

11:51 Uhr

Arbeitsmarkt

Der Sommer sorgt für mehr Arbeitslose

Der deutsche Arbeitsmarkt macht im August die übliche Verschnaufpause: Die Zahl der Arbeitslosen stieg zwar leicht, doch immer noch weniger als im Jahr davor. Es war der niedrigste August-Wert seit 1991.

Mehr Arbeitslose in Deutschland: „Hauptursache ist die anhaltende Sommerpause.“ dpa

Agentur für Arbeit

Mehr Arbeitslose in Deutschland: „Hauptursache ist die anhaltende Sommerpause.“

Nürnberg/Berlin,Der Jobmarkt in Deutschland hält sich auch in den traditionell schwächeren Sommermonaten gut und macht nur eine kleine Verschnaufpause. Die Zahl der Arbeitslosen stieg zwar im August um 23.000 auf 2,796 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mitteilte. Dies war allerdings der niedrigste August-Wert seit 1991. „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin günstig“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. Das Beschäftigungswachstum setzte sich fort.

Grund für den leichten Anstieg zum Juli ist, dass vor allem junge Menschen ihre betriebliche oder schulische Ausbildung beendet haben und anschließend eine Stelle suchen. „Hauptursache ist die anhaltende Sommerpause“, erklärte die BA. Die Arbeitslosenquote stieg zum Juli minimal auf 6,4 von 6,3 Prozent, die Zahl der Arbeitslosen lag aber um 106.000 unter dem Niveau vor Jahresfrist. Klammert man die jahreszeitlichen Schwankungen aus, fiel die Zahl der Arbeitslosen im August sogar. Saisonbereinigt gab es 7000 weniger Erwerbslose als im Juli. Banken-Volkswirte hatten nur einen Rückgang um 2000 erwartet. „Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt positiv“, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar.

Vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft sieht KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die wachsende Zahl von Asylbewerbern als Chance für den deutschen Arbeitsmarkt. „Angesichts der demografischen Entwicklung kann die deutsche Wirtschaft jede zugewanderte Fachkraft gut gebrauchen.“ Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles forderte, die anhaltende Nachfrage der Wirtshaft nach Personal zu nutzen, „um auch den rechtmäßig zu uns kommenden Flüchtlingen eine Chance auf ein besseres Leben in Deutschland zu eröffnen“. Ziel müsse sein, diese Menschen in eine "ordentliche Arbeit" zu vermitteln. Dies sei für die BA eine große Aufgabe, die man aber meistern werde.

Nahles rechnet für 2016 mit Mehrkosten in Milliardenhöhe durch Hilfen für Flüchtlinge. Nötig seien unter anderem soziale Leistungen, Sprachkurse und Hilfen zur Aufnahme einer Arbeit, sagte die SPD-Politikerin. „Für all diese Maßnahmen zusammen ergibt sich im Jahr 2016 ein zusätzlicher Mittelbedarf in der Bandbreite von 1,8 bis zu 3,3 Milliarden Euro.“ Betriebe, die Migranten aufnehmen, sollten nach Worten von Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer massiv unterstützt werden. „Die Beschäftigung von Flüchtlingen ist kein Selbstläufer, sondern auch für engagierte Unternehmen eine extrem schwierige Aufgabe.“

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

01.09.2015, 12:18 Uhr

Niedrigste Arbeitslosenzahl seit 1991
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Dabei hat er sich auch auf den alten Spruch von Helmut Schmidt aus dem Jahre 1972 berufen: "Lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitslosigkeit.".

Am Ende hatten wir zehn Prozent Inflation und zehn Prozent Arbeitslosigkeit.
Aber das ist ja bei den Sozialisten normal.
"Keiner hat Arbeit, aber keiner ist arbeitslos!" - Altes Dogma der DDR.

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