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04.01.2011

07:54 Uhr

Arbeitsmarkt

Zahl der Erwerbstätigen auf Rekordkurs

Der harte Winter hinterlässt auch auf dem Arbeitsmarkt seine Spuren. Im Vergleich zu Vorjahren fällt der saisonbedingte Anstieg im Dezember aber vergleichsweise moderat aus. Dafür sorgt das starke Wirtschaftswachtum. Die Zahl der Erwerbstätigen nähert sich der 41-Millionen-Marke - rekordverdächtig.

Die Bundesagentur für Arbeit gibt heute die Arbeitslosenzahlen für Dezember 2010 bekannt dpa

Die Bundesagentur für Arbeit gibt heute die Arbeitslosenzahlen für Dezember 2010 bekannt

HB NÜRNBERG. Der kräftige Konjunkturaufschwung hat den Arbeitsmarkt zum Jahresende 2010 weiter stabilisiert und die Winterarbeitslosigkeit im Zaum gehalten. Dadurch sei die Zahl der Arbeitslosen auch im Dezember unter der Drei-Millionen-Marke geblieben, berichteten Volkswirte und Konjunkturforscher in einer einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Sie werde aber in den kommenden beiden Monaten steigen.

Nach Berechnungen der Experten waren im Weihnachtsmonat rund 2,99 Millionen Männer und Frauen erwerbslos. Das wären rund 60 000 mehr als im November, aber rund 285 000 weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Dezember will die Bundesagentur am heutigen Dienstag in Nürnberg bekanntgeben. Dann will sie auch eine Bilanz des Arbeitsmarkt-Jahres 2010 ziehen.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland nähert sich der noch nie erreichten Marke von 41 Millionen. Im November hatten 40,92 Millionen Männer und Frauen einen Job - so viele wie noch nie. Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Beschäftigten und Selbstständigen damit um 432 000 oder 1,1 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Verglichen mit dem Vormonat gab es einen Zuwachs um 16 000.

Nach ersten vorläufigen Berechnungen der Statistiker gingen 2010 im Schnitt rund 40,5 Millionen Männer und Frauen einer Arbeit nach. Damit wurde ein neuer Rekord erreicht, der aber schon in diesem Jahr gebrochen werden dürfte. Das Münchner Ifo-Institut und das Kieler IfW rechnen mit durchschnittlich 40,8 Millionen Erwerbstätigen.

Trotzdem ist der harte Winter mit Frost und wochenlangem Schnee am deutschen Arbeitsmarkt nicht spurlos vorbeigegangen. Vor allem im Garten- und Landschaftsbau, in der Landwirtschaft, aber auch auf vielen Baustellen habe in diesem Winter die Arbeit ungewöhnlich früh eingestellt werden müssen. Sofern Beschäftigte in diesen Branchen kein Saisonkurzarbeitergeld bezögen, wird ihnen oft den Winter über gekündigt.

Dass der Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht noch stärker ausgefallen ist, verdankt der Arbeitsmarkt der robusten Konjunktur. "Derzeit gibt es am deutschen Konjunkturhimmel nur ganz wenige Wolken", beschreibt Glen Marci von der DZ-Bank die aktuelle Lage. Das sieht auch Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank so: "Die konjunkturelle Grunddynamik ist weiterhin hoch."

Bestärkt wurden die Fachleute von jüngsten Daten der Bundesagentur über die offenen Stellen in Unternehmen. Ihre Zahl hatte im Dezember 2010 noch einmal kräftig zugelegt. Sie sei inzwischen so hoch wie zuletzt vor mehr als drei Jahren, geht aus dem am Montag veröffentlichten Beschäftigungsindex BA-X der Bundesagentur hervor. Damit suchten die Unternehmen inzwischen wieder deutlich mehr Mitarbeiter als zu Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise im Herbst 2008.

Entsprechend optimistisch blicken die Arbeitsmarktexperten in das kommende Jahr. "2011 wird es mit dem Arbeitsmarkt weiter aufwärts gehen, wenn auch die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen", prognostiziert Schneider. Im Jahresdurchschnitt rechnet er mit etwas weniger als drei Millionen Arbeitslosen. Das größte Risiko für den Arbeitsmarkt stellt seiner Ansicht nach die Schuldenkrise in der EU dar. DZ-Bank-Volkswirt Marci glaubt dennoch an ein solides Wirtschaftswachstum. Wenn auch noch der private Konsum zum Wachstum beitrage, werde der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr zusätzlich profitieren.

Kommentare (2)

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Micha

04.01.2011, 13:36 Uhr

Wenn das mal kein Grund für Steuersenkungen sind!
in Europa haben wir scheinbar die beste Wirtschaft, die niedrigsten Arbeitslosenzahlen, die höchste beschäftigungsquote AbER TROTZDEM MiT DiE HOECHSTE STEUERLAST! Da kann etwas nicht stimmen...

Peggy Eiserne

05.01.2011, 17:16 Uhr

Frau Ministerin Lobby hat hoch Konjunktur.Sie haben vergessen unbezahlte Löhne zu bezahlen 3 Schichten auf einmahl.Also oder?Frau Lili.

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