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14.02.2013

11:31 Uhr

Auch Deutschland stürzt ab

Euro-Wirtschaft rutscht tiefer in die Rezession

Die Konjunktur im Euro-Raum ist zum Jahresende eingebrochen. Das BIP schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Unter Europas Schwäche leidet die deutsche Wirtschaft spürbar.

Trüb endete das Jahr für Europas Wirtschaft. dpa

Trüb endete das Jahr für Europas Wirtschaft.

LuxemburgDie Wirtschaft des Euroraums ist zum Jahresende noch tiefer in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mit.

Seit fast einem Jahr kämpfen die 17 Euro-Länder daher schon mit der Rezession. Zu Jahresbeginn 2012 hatte die Wirtschaft noch stagniert. Im zweiten Vierteljahr war die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent und im dritten Quartal um 0,1 Prozent gesunken. Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal zweimal in Folge sinkt.

Spürbar ist die Flaute mittlerweile auch in der deutschen Wirtschaft, der er bislang ziemlich erfolgreich gelungen war, sich von der europaweiten Krise abzukoppeln. Im Schlussquartal 2012 sank das deutsche Bruttoinlandsprodukt jedoch um 0,6 Prozent gegenüber den drei Vormonaten. Für den Einbruch fiel damit stärker als erwartet. Dafür verantwortlich sind vor allem sinkende Exporte. Außerdem investierten die Unternehmen „deutlich weniger“ in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen.

BIP schrumpft um 0,6 Prozent: Europas Rezession holt deutsche Wirtschaft ein

BIP schrumpft um 0,6 Prozent

Europas Rezession holt deutsche Wirtschaft ein

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im Schlussquartal 2012 um 0,6 Prozent gegenüber den drei Vormonaten gesunken. Für den Einbruch – der viel stärker als erwartet ausfiel – sorgten vor allem sinkende Exporte.

Frankreich als Nummer zwei der Euro-Zone schlug sich diesmal besser, wenn auch nicht gut: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte mit 0,3 Prozent nur halb so stark. Im dritten Quartal war das BIP noch um 0,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung ebenfalls um 0,3 Prozent.

„Der Vergleich mit Frankreich ist typisch. Wenn es in der Euro-Zone gut geht, ist Deutschland meist besser als Frankreich, wenn es in der Euro-Zone schlechter geht, läuft es bei Frankreichs Wirtschaft besser als bei der deutschen. Deutschland ist hier zyklischer“, sagt Christian Schulz, Ökonom von der Berenberg-Bank, in einer ersten Einschätzung.

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Italiens Wirtschaft kann sich derzeit nicht aus der Rezession befreien und ist Ende 2012 noch stärker geschrumpft als befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Oktober und Dezember um 0,9 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag mitteilte.

Ende des Monats stehen die Parlamentswahlen in Italien an. Die Wirtschaftskrise dürfte die Chancen von Regierungschef Mario Monti weiter eintrüben. Zuletzt hatte das Mitte-Rechts-Bündnis des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi aufgeholt und an den Finanzmärkten die Sorge ausgelöst, eine künftige Regierung könnte die Reformen schleifen lassen.

Einen Rückschlag musste Österreichs zum Jahresende 2012 hinnehmen – dessen Wirtschaft ist erstmals seit nahezu drei Jahren geschrumpft. Im Quartalsvergleich sank das BIP im vierten Quartal um 0,2 Prozent, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo in Wien mitteilte. Es war das erste Minus seit dem ersten Quartal 2010. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Wirtschaftsleistung leicht um 0,4 Prozent, nach 0,6 Prozent im dritten Quartal.

Das aktuelle BIP: Interview mit Chefvolkswirtin der Helaba

Video: Das aktuelle BIP: Interview mit Chefvolkswirtin der Helaba

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Kommentare (28)

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Gast

14.02.2013, 11:19 Uhr

Den Artikel gab es gerade schon einmal. Übrigens auch mit dpa als Quelle.

steuerhilfe.net

14.02.2013, 11:24 Uhr

Na, was für eine Überraschung und das wo doch eigentlich nach der ständigen Aussage in den Medien, die Menschen im völligem Konsumrausch sind und alles kaufen wie die Wilden.

Account gelöscht!

14.02.2013, 11:27 Uhr

„wenn es in der Euro-Zone schlechter geht, läuft es bei Frankreichs Wirtschaft besser als bei der deutschen“. So so.
Um in Europa den Kollaps noch a bissl rauszuschieben, refinanzieren sich französische Banken mit den wertlosen STEP-Anleihen bei der EZB (445 Mrd), die anderen PIIG(F)S über ELA-Kredite der EZB. Dazu kommen noch die unzähligen „Bankenrettungspakete“ für französische Banken, als Griechenlandrettung getarnt, und die Target2 Forderungen der deutschen Bundesbank in Höhe von ca. 700 Mrd €.

Also jedem seine Druckerpresse.

Spanien hat mehr private Schulden, als alle anderen Euro-Staaten zusammen. Was sagt uns das? Die Krise hat noch nicht mal angefangen – sie wurde lediglich mit immer mehr Milliarden und Billionen der Zentralbanken hinausgeschoben und massiv verschlimmert. Europas Wirtschaft hängt am Tropf der EZB – was sagt uns das? Nur ein zurück zu den Landeswährungen kann ein jahrzehntelanges Siechtum mit inneren Unruhen und Bürgerkriegen verhindern.

Der Baltic-Dry-Index,
ein Frühindikator für die Weltwirtschaft, am 28.11.2012 noch 1.104 Punkte. Seitdem wieder im freien Fall. Am 21.12.2012 nur noch 700 Punkte, ein Minus von 36% innerhalb von 3 Wochen!! (1 Jahr Chart / 5 Jahre Chart)
Am 20.Mai 2008 mit 11.793 Punkten sein Allzeithoch, am 03.02.2012 sein Allzeittief mit 647 Punkte, aktuell bei 747 Punkte.

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