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27.01.2005

08:50 Uhr

"Aufbruchstimmung" und "Optimismus"

Verbraucher starten zuversichtlich ins Jahr 2005

Trotz des Starts der Arbeitsmarktreformen Hartz IV sind die deutschen Verbraucher mit überraschend großer Zuversicht ins neue Jahr gestartet. „Es scheint, als würden sich unter der deutschen Bevölkerung eine Art Aufbruchstimmung und Optimismus verbreiten“, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

HB NÜRNBERG. Das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auf Basis der Januar-Umfrage für den kommenden Monat berechnete Konsumklima stieg auf 4,1 von revidiert 3,1 Zählern. Die Verbraucher blickten zu Jahresbeginn so zuversichtlich auf ihre zukünftigen Einkommen wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Die Bereitschaft zum Kauf von langlebigen Produkten wie Möbel oder Autos war sogar so groß wie seit drei Jahren nicht mehr. „Es sieht so aus, als sei der Start ins Jahr 2005 geglückt“, sagte Bürkl.

Die große Kaufzurückhaltung der Verbraucher - die seit gut zwei Jahren auch die monatliche Umfrage der GfK unter 2 000 Personen widerspiegelt - hat bisher das Wirtschaftswachstum gebremst. Auch wegen guter Nachrichten aus dem Einzelhandel erwarten Ökonomen aber, dass neben den Firmen auch die Verbraucher 2005 wieder mehr Geld ausgeben.

Viele Experten hatten allerdings befürchtet, dass die noch nicht klar absehbaren Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen die Menschen verunsichern und hatten allenfalls mit einer minimalen Verbesserung der Konsumstimmung gerechnet. Doch die GfK registrierte einen überraschenden Umschwung. „Mit dem Jahreswechsel sieht es so aus, als habe die Verbraucherstimmung in Deutschland eine positive Wendung genommen“, sagte Bürkl. Die Verbraucher gingen vermehrt wieder von einer anhaltenden Konjunkturerholung aus, die Konjunkturerwartungen legten um gut zwölf auf minus 5,9 Zähler zu.

Noch mehr Zuversicht spiegelte die Einschätzung der Menschen zu ihren persönlichen Finanzen wider. Offenbar hätten die Bürger negative Faktoren wie höhere Kosten für die Gesundheitsvorsorge oder teurere Energie verarbeitet und die Entlastungen durch die Steuerreform schon verbucht, sagte Bürkl. Der Indikator für die Einkommenserwartungen übersprang mit einem Anstieg um gut 20 Punkte auf 6,7 Zähler die Null-Linie. Angesichts der gewachsenen Zuversicht sitzt offenbar auch das Geld wieder etwas lockerer: Die Anschaffungsneigung legte auf minus 14,4 Zähler zu und lag damit so hoch wie zuletzt zu D-Mark-Zeiten.

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