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17.09.2014

07:06 Uhr

Aufkaufprogramm

EZB erwägt Ankauf von Risikopapieren

Aufkauf trotz Risiko? In der EZB ist eine Debatte um den Ankauf von Kreditverbriefungen mit einem höheren Ausfallrisiko entbrannt. Befürworter sehen dies aufgrund der steigenden Deflationsgefahr als notwendig an.

Die Euro-Skulptur vor der alten EZB-Zentrale: Trotz der Ankaufs von Risikopapieren will die EZB nicht in „alten Müll“ investieren. dpa

Die Euro-Skulptur vor der alten EZB-Zentrale: Trotz der Ankaufs von Risikopapieren will die EZB nicht in „alten Müll“ investieren.

BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) erwägt einem Zeitungsbericht zufolge auch den Aufkauf von Kreditverbriefungen mit einem höheren Ausfallrisiko. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete am Mittwoch unter Berufung auf mit der Debatte vertraute Personen, es werde diskutiert, auch solche Verbriefungen zu erwerben, die ein schlechteres Rating als „A-“ hätten. Befürworter dieses Vorgehens hielten das für notwendig, wenn des Aufkaufprogramm wirklich gegen Deflationsgefahren helfen solle, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Notenbankkreise. Es sei daher wahrscheinlich, dass die Ratingschwelle für Ankäufe niedriger angesetzt werde. Allerdings werde die EZB die Risiken im Blick behalten, „alter Müll“ werde sicher nicht zusammengekauft.

Der Zeitung zufolge wollte sich ein Sprecher der EZB zu den Angaben nicht äußern. Er habe darauf verwiesen, dass die Details noch nicht beschlossen seien, sie sollten erst Anfang Oktober festgelegt werden.

Mario Draghis Krisenkurs in Zitaten

Amtsantritt am 3.November 2011 in Frankfurt

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung.“

26. Juli 2012 in London

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

EZB-Sitzung am 4. Juli 2013

„Der EZB-Rat erwartet, dass die Zinssätze der EZB für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter bleiben werden.“

Nach der Leitzinssenkung am 7. November 2013

„Wenn wir Deflation verstehen als einen weit verbreiteten Verfall von Preisen in vielen Warengruppen und in mehreren Ländern – das sehen wir nicht.“

Gespräch mit Altkanzler Schmidt am 7. November 2013

„Ich bin sehr bewegt von Helmut Schmidts Worten und sollte dafür wirklich dankbar sein. Komplimente sind Mangelware in diesen Tagen.“

EZB-Sitzung am 3. April 2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

EZB-Sitzung am 8. Mai 2014

„Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln.“

EZB-Konferenz am 26. Mai 2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

Das EZB-Ratmitglied Ewald Nowotny hatte in der vergangenen Woche gesagt, beim Aufkauf von Kreditverbriefungen, sogenannten Asset Backed Securities (ABS), müsse das Risiko für die EZB tragbar sein. Nach Reuters-Informationen plant die EZB bis zu 500 Milliarden Euro für den Aufkauf von ABS und Pfandbriefen ein. EZB-Präsident Draghi hat sich bei der Größe des Programms noch nicht festlegen wollen.

Das Programm soll im Oktober starten. Die EZB will damit vor allem erreichen, dass Banken kleinen und mittelständischen Firmen im Süden der Euro-Zone mehr Kredite gewähren und die lahme Konjunktur so wieder Tritt fasst.

Von

rtr

Kommentare (2)

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G. Nampf

17.09.2014, 11:14 Uhr

" Allerdings werde die EZB die Risiken im Blick behalten, „alter Müll“ werde sicher nicht zusammengekauft."

Wer's glaubt ....

Jetzt ist die Katze aus dem Sack:
Die EZB wird zur Super-Bad Bank. Völlig alternativlos

Account gelöscht!

17.09.2014, 11:56 Uhr

Der nächste Rechtsbruch ...

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