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01.05.2015

14:09 Uhr

Aufschwung im Frühjahr

Arbeitslosenzahl geht weiter zurück

Die Zahl der Arbeitslosen in einem April ist die niedrigste seit 1991. Der Auftrieb im Frühjahr schaffte Tausende neuer Jobs. Die Folgen des Mindestlohns sind laut Bundesagentur für Arbeit noch unklar.

Die Zahl der Minijobber ist laut Bundesagentur für Arbeit seit Beginn des Jahres gesunken. dpa

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Die Zahl der Minijobber ist laut Bundesagentur für Arbeit seit Beginn des Jahres gesunken.

NürnbergDie Frühjahrsbelebung hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf den niedrigsten Stand in einem April seit 1991 gedrückt. Insgesamt suchten 2,84 Millionen Menschen in Deutschland einen Job, 89.000 weniger als im März und 100.000 weniger als im April des Vorjahres, teilte die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mit. Der Rückgang fiel demnach etwas stärker aus als üblich.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise sprach von einer positiven Entwicklung. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Zahl der gemeldeten Stellen entwickelten sich weiterhin positiv. Die Arbeitslosenquote nahm sowohl gegenüber März als auch gegenüber dem Vorjahres-April um 0,3 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent ab.

Der Rückgang um 89.000 Arbeitslose binnen eines Monats lag etwas höher als im Schnitt der drei Vorjahre, dieser lag bei 85.000. Auch saisonbereinigt und damit ohne die belebenden Frühjahrseffekte wie vermehrte Einstellungen in Außenberufen verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen, der Rückgang lag bei einem Minus von 8000.

Noch keine Bewertung konnte die Bundesagentur zu den Folgen des seit Jahresbeginn geltenden Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde abgeben. Es gebe aber eine Auffälligkeit, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt: Die Zahl der Minijobber sei seit Jahresbeginn gesunken. Gleichzeitig werde bei den Branchen, die dies betreffe, wie etwa Hotels- und Gaststätten, das Taxigewerbe oder den Einzelhandel, ein Anstieg der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten festgestellt. Dies könne aber auch mit dem verbesserten Konsumklima zusammenhängen. Erst nach etwa einem Jahr werde sich sagen lassen, ob es einen Einfluss des Mindestlohns gebe.

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg nach den jüngsten vorliegenden Zahlen im März auf 42,47 Millionen und war damit um 235.000 höher als vor einem Jahr. Saisonbereinigt stieg die Zahl um 10.000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm nach einer Hochrechnung der BA von Januar auf Februar um 65.000 auf 30,32 Millionen ab. Damit gab es demnach binnen eines Jahres 533.000 Menschen mehr, die so viel arbeiten, dass sie Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Die anhaltend positive Entwicklung am Arbeitsmarkt dokumentiert auch die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern. Im April waren 552.000 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet, 66.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt stieg die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 5000. Besonders gesucht sind laut BA zurzeit Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik sowie Verkehr und Logistik. Auch in der Metallerzeugung, Maschinen- und Fahrzeugtechnik und in Gesundheitsberufen gebe es vergleichsweise viele Jobs.

Am Ausbildungsmarkt meldeten sich von Oktober bis April insgesamt 439.000 junge Menschen, die für den Herbst eine Lehrstelle suchen. Dies seien 10.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen lag laut BA gleichzeitig unverändert bei 435.000. Allerdings sei der Ausbildungsmarkt noch stark in Bewegung, die weitere Entwicklung müsse in den kommenden Monaten abgewartet werden. BA-Vorstand Heinrich Alt sagte, es gebe aber jetzt schon in Süddeutschland und Teilen Nordrhein-Westfalens einen Mangel an Interessenten für Handwerksberufe.

Von

afp

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