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07.03.2012

13:04 Uhr

Auftragsrückgang

Schwacher Jahresstart für die deutsche Industrie

Im Januar hat die deutsche Industrie deutlich weniger Aufträge erhalten als im Monat zuvor. Ökonomen führen dies auf die Euro-Krise und eine schwache Nachfrage aus den Schwellenländern zurück.

Dichter Rauch aus den Kaminen der Firma «Knauf Gips KG» in Iphofen/Unterfranken. dpa

Dichter Rauch aus den Kaminen der Firma «Knauf Gips KG» in Iphofen/Unterfranken.

BerlinDie deutsche Industrie hat im Januar einen deutlichen Rückgang an Neuaufträgen hinnehmen müssen. Im Monatsvergleich sank das Auftragsvolumen um 2,7 Prozent, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im Jahresvergleich sanken die Aufträge zu Jahresbeginn deutlich um 4,9 Prozent, nach einer Stagnation im Dezember.

„Die Auftragseingänge in der Industrie starteten insgesamt schwach in das neue Jahr“, kommentierte das Ministerium die Zahlen. Auch Citigroup-Ökonom Jürgen Michels zeigte sich enttäuscht. "Positiv ist nur die anziehende Nachfrage aus dem Inland", sagte er. "Die Bestellungen aus Euro-Land sind dagegen erneut zurückgegangen. Deutschland leidet unter der schwachen Nachfrage aus der Währungsunion, die mit der Schuldenkrise zu kämpfen hat."

Gerd Hassel von der BHF-Bank machte dagegen fehlende Großaufträge und eine gedämpfte Nachfrage aus den Schwellenländern für den Rückgang verantwortlich. „Das waren mal wieder die fehlenden Großaufträge. Wir müssen schon damit rechnen, dass wir nicht mehr so günstige Signale haben aus dem Ausland", sagte er. "Die Nachfrage aus den Schwellenländern scheint derzeit noch gedämpft zu sein. Wir erwarten jetzt keinen dramatischen Einbruch, sondern rechnen mit einem moderaten Wachstum. Für die gesamte Wirtschaft dürfte es im ersten Quartal noch ein Minus geben, ab dem zweiten sollte es dann langsam bergauf gehen.“

Besonders stark gaben die Bestellungen im Januar mit 5,5 Prozent bei den wichtigen Investitionsgütern nach. Ein spürbarer Rückgang stellte sich mit 2,9 Prozent auch bei Konsumgütern ein, während die Aufträge für Vorleistungsgüter um 1,9 Prozent zulegten. Die Auslandsnachfrage sank kräftig um 5,5 Prozent, die Inlandsnachfrage stützte die Entwicklung mit einem Plus um 0,9 Prozent.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Dezember/Januar gegenüber Oktober/November) gingen die Aufträge ebenfalls deutlich um 2,7 Prozent zurück. Im Jahresvergleich fielen die Aufträge in dieser Betrachtung um 2,6 Prozent.

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