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05.10.2012

12:03 Uhr

August-Zahlen

Auftragsminus der Industrie überraschend stark

Die deutsche Industrie muss einen weitaus stärkeren Rückgang der Aufträge verkraften als von Ökonomen erwartet. Schuld ist allein die Nachfrage aus dem Inland. Die Bestellungen aus dem Ausland blieben stabil.

Ein Arbeiter bei der Automobil-Produktion (Ford Fiesta) in den Ford-Werken in Köln. dpa

Ein Arbeiter bei der Automobil-Produktion (Ford Fiesta) in den Ford-Werken in Köln.

BerlinDie deutsche Industrie hat im August wegen der schwachen Inlandsnachfrage einen unerwartet starken Auftragsverlust erlitten. Die Bestellungen gingen im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Prozent zurück, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet. Im Juli waren die Aufträge noch um revidiert 0,3 (zuvor: 0,5) Prozent gestiegen.

„In einem insgesamt schwächeren konjunkturellen Umfeld hat sich die Bestelltätigkeit in der deutschen Industrie wie zu erwarten abgeschwächt“, schrieb das Ministerium. „Gleichwohl zeichnet sich ein stärkerer Rückgang der ökonomischen Aktivität derzeit nicht ab.“ Die Stimmung in den Unternehmen sei zuletzt wieder freundlicher gewesen. Die Industriekonjunktur dürfte sich vorerst aber „nur recht zurückhaltend entwickeln“.

Andreas Scheuerle von der Dekabank warnt davor, die Zahlen überzubewerten. "Der positiven Überraschung bei den deutschen Industrieaufträgen vom Juli folgte im August eine negative," sagt er. "Die rückläufigen Auftragseingänge wären aus seiner Sicht keine Überraschung, wenn schon, dann die unerwartet starken Juli-Daten. "Der August brachte eine Korrektur, die sich schon in den Frühindikatoren wie dem Einkaufsmanagerindex angekündigt hat."

Grund für den Rückgang war die sinkende Nachfrage aus Deutschland. Hier gingen die Bestellungen um 3,0 Prozent zurück, während die Auslandsaufträge stabil blieben. Während die Nachfrage aus der krisengeplagten Euro-Zone um 2,4 Prozent zulegte, fiel sie in den anderen Ländern um 1,4 Prozent.

Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge meldeten einen Auftragsrückgang von drei Prozent. Dagegen zogen die Produzenten von Vorleistungsgütern wie Chemikalien einen Orderzuwachs von 1,3 Prozent an Land. Die Nachfrage nach Konsumgütern schwächte sich um 0,7 Prozent ab.


Von

rtr

Kommentare (5)

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Brasil

05.10.2012, 12:28 Uhr

Sorry, aber man kann nur hoffen, dass der Niedergang sich noch schneller vollzieht als im Moment. Nur so wird die deutsche Schlafmuetze aufwachen und kann ggf. die ganze Sauerei noch stoppen!

Rene

05.10.2012, 14:38 Uhr

Ich möchte nicht nur beruhigende Aussagen des Bundeswirtschaftsministerium. Ich erwarte, dass sie Maßnahmen ergreifen, um Deutschland weiter zu stabilisieren und Rahmenbedinungen schaffen, die unser Land zukunftsfähiger ausrichten.

boesesHEUTE

05.10.2012, 15:38 Uhr

Merkel ist schon wach , damit die deutschen schlafen können . 1944 oder 2012 hat sich etwas geändert ?
Der Deutsche glaubt an sein Produkt . Das ist schön !
Doch die Menschheit brauch mehr als Materie .
Könnte es Menschlichkeit sein ?

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