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11.01.2010

14:52 Uhr

Außenhandel

China und Deutschland ringen um Exportweltmeister-Titel

Deutschland hat den langjährigen Titel eines Exportweltmeisters im Jahr 2009 aller Wahrscheinlichkeit nach an China verloren. Zwar fehlen noch die deutschen Ausfuhrzahlen für Dezember. Dennoch rechnen Fachleute damit, dass China vorne liegen dürfte. Der Branchenverband BGA dagegen hält das Rennen noch für offen.

us China werden vor allem Schuhe, Spielzeug, Möbel und andere nicht-hochtechnologische Waren exportiert. Reuters

us China werden vor allem Schuhe, Spielzeug, Möbel und andere nicht-hochtechnologische Waren exportiert.

HB FRANKFURT. Der Branchenverband BGA dagegen hält das Rennen noch für offen. Möglicherweise werde das Kursverhältnis von Dollar und Euro entscheidend sein, sagte BGA-Sprecher André Schwarz am Montag der Nachrichtenagentur DAPD.

Klarheit sollten die endgültigen deutschen Exportzahlen im Februar bringen. Nach Einschätzung von Schwarz kann es sogar bis März dauern, bevor die Zahlen zuverlässig genug sind.

Die chinesische Zollbehörde gab am Sonntag bekannt, dass die Exporte des Landes im vergangenen Jahr bei insgesamt 1,2 Billionen Dollar (840 Mrd. Euro) gelegen hätten. Für Deutschland schätzte der Branchenverband BGA schon im Oktober, dass 2009 Waren für rund 816 Mrd. Euro ausgeführt würden. Damit hätte China ein Plus von 24 Mrd. Euro.

Hinzu kommt, dass China, angetrieben von staatlichen Kaufanreizen, im Rekordtempo wohl die USA als größten Automarkt überholt hat. 2009 schnellte der Autoabsatz in China um 54 Prozent auf noch nie erreichte 13,6 Mio. Fahrzeuge in die Höhe, wie der chinesische Herstellerverband am Montag mitteilte. Auch in diesem Jahr dürfte der am schnellsten wachsende Automarkt der Welt dank der fortgeführten Konjunkturhilfen der Lichtblick der krisengeplagten Branche bleiben. Das rasante Wachstum dürfte sich aus Expertensicht aber etwas verlangsamen.

Allein im Dezember wurden mit 1,1 Mio. Autos knapp 90 Prozent mehr verkauft als vor Jahresfrist. Es war der dritte Monat im vergangenen Jahr, an dem die Marke von einer Million gebrochen wurde. „Autos waren das ganze Jahr über extrem gefragt mit nur wenigen saisonalen Veränderungen“, sagte Analyst Qin Xuwen von Orient Securities. „Viele Kunden mussten Wochen oder sogar Monate auf ihre neuen Autos warten.“ Am seit längerem schwächelnden US-Markt sank 2009 der Absatz dagegen auf 10,4 Mio. Pkw und Kleintransporter und damit auf den niedrigsten Stand seit 27 Jahren. Damit fiel auch nicht ins Gewicht, dass die chinesische Absatzzahl rund 650 000 Lastwagen enthält.

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