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11.01.2011

13:30 Uhr

Außenhandel

Exporteure steigern den Konsum

VonDirk Heilmann, Finn Mayer-Kuckuk

Die Außenhandelsüberschüsse der großen Exportländer schrumpfen weiter. China, Japan und Deutschland erhöhen ihre Importe und helfen damit, die Weltwirtschaft neu auszubalancieren. Doch der Weg zum Ausgleich globaler Ungleichgewichte ist noch sehr weit.

Arbeiter im Hafen von Wuhan: Der Westen wirft China unfairen Wettbewerb vor. dpa

Arbeiter im Hafen von Wuhan: Der Westen wirft China unfairen Wettbewerb vor.

DÜSSELDORF/PEKING. Der Exportweltmeister geht mit gutem Beispiel voran. China hat gestern als Erster der großen Wirtschaftsmächte die Handelsstatistik für 2010 veröffentlicht und dabei einen weiteren Rückgang des viel kritisierten Außenhandelsüberschusses bekanntgegeben. Auch Deutschland und Japan meldeten zuletzt schrumpfende Überschüsse. In allen drei Ländern liegt das daran, dass die Importe schneller wachsen als die Exporte. In den USA hingegen, dem größten Konsumenten der Weltwirtschaft, schrumpfte das Defizit im Außenhandel zuletzt. Doch wenn die US-Wirtschaft wie von den meisten Ökonomen erwartet 2011 zu kräftigeren Wachstumsraten zurückfindet, dann könnte sich das rasch ändern.

2010 steigerte China seine Importe um fast 40 Prozent. Das lag am Rohstoffhunger des Landes ebenso wie an den staatlichen Konjunkturprogrammen. Da der Export nur um 31 Prozent wuchs, verringerte sich der Außenhandelsüberschuss im Jahresvergleich um 6,4 Prozent. Er beträgt nun 183 Milliarden Dollar und ist damit 38 Prozent niedriger als 2008, als er fast 300 Milliarden Dollar erreicht hatte. „Der chinesische Außenhandel bewegt sich insgesamt in Richtung einer ausgeglicheneren Struktur“, stellte die oberste Zollbehörde in Peking gestern befriedigt fest.

Die Zahlen helfen Hu Jintao bei seinem anstehenden Besuch in Washington

Die offiziellen Zahlen nähren die Hoffnung, dass China seine Ankündigung wahr macht, das Wirtschaftswachstum mehr auf die heimische Nachfrage zu stützen. Sie machen es der Staatsführung auch leichter, sich gegen Forderungen aus den USA zu wehren, mehr zum Abbau der Handelsungleichgewichte zu tun. Das wird Präsident Hu Jintao gelegen kommen, der am 19. Januar in Washington US-Präsident Barack Obama treffen will.

Politiker, Wirtschaftsvertreter und Ökonomen in den USA werfen China seit Jahren vor, den Wechselkurs der Landeswährung Yuan künstlich niedrig zu halten und sich so unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Als Beleg dafür führen sie gerne die enormen Überschüsse in der Handelsbilanz an.

Hu Jintao kann nun auf sinkende Überschüsse verweisen. Ein Schönheitsfehler dabei ist allerdings, dass ausgerechnet Chinas Handelsüberschuss mit den USA weiter gestiegen ist. Er kletterte sogar um ein Viertel auf 181 Milliarden Dollar. In den Importen aus China seien aber jede Menge Vorprodukte aus anderen Ländern enthalten, relativiert Ken Peng, Volkswirt der Citigroup in Peking, die Zahlen.

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