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09.03.2011

12:19 Uhr

Außenhandelsverband

„Gefährlicher Risikococktail“ bedroht deutsche Exporte

Deutscher Exportboom ohne Ende? Keineswegs, denn der Außenhandelsverband BGA warnt vor etlichen Risiken - darunter auch die wachsende Unsicherheit über die chinesische Wirtschaft.

Hamburger Hafen: Droht ein Export-Rückschlag? Quelle: ap

Hamburger Hafen: Droht ein Export-Rückschlag?

BerlinVize-Exportweltmeister Deutschland steuert in diesem Jahr auf einen neuen Ausfuhrrekord zu, muss sich aber auf erhebliche Risiken im Welthandel einstellen. Für 2011 rechnet der Außenhandelsverband BGA mit einem überdurchschnittlichen Exportplus von bis zu neun Prozent auf nunmehr 1,046 Billionen Euro. "Fraglos erleben wir derzeit eine echte Boomphase im deutschen Export, die jedoch vielfältigen Risiken unterliegt und deren Dauerhaftigkeit daher keinesfalls garantiert ist", sagte BGA-Präsident Anton Börner am Mittwoch in Berlin laut Redemanuskript.

Neben der unsicheren US-Konjunktur, der Schuldenkrise in der Eurozone, der Preisexplosion bei Rohstoffen sowie der Lage in Libyen und Nordafrika bereitet den deutschen Exporteuren zunehmend die Stabilität der chinesischen Wirtschaft Sorgen.

"Die Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß der Aktien- und Immobilienblase ergibt zusammen mit den explodierenden Preisen und der ungleichen Verteilung des Wohlstandes im Lande einen gefährlichen Risikococktail", warnte Börner.

Sollte dieser sich zu einer sozialen und gesellschaftlichen Krise in China entwickeln, würde dies sämtliche Prognosen zum Wachstum des Welthandels schnell obsolet machen. China hat Japan jüngst als zweitgrößte Volkswirtschaft abgelöst und ist neben den USA inzwischen wichtigster Handelspartner Deutschlands außerhalb Europas.

Die Gefahr einer einseitigen Abhängigkeit von China sehe er aber nicht, stellte Börner klar. Auch 2011 gingen nur gut sieben Prozent der deutschen Ausfuhren nach China. Mit sechzig Prozent werde der überwiegende Teil nach wie vor mit der EU abgewickelt. Die brisante Lage in Libyen bereite Exporteuren nicht nur wegen der Rolle des Landes als Energielieferant große Sorge, sondern auch wegen der "potenziell destabilisierenden Auswirkungen auf die Nachbarstaaten".

Kommentare (1)

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Stefan_L_Eichner

09.03.2011, 15:42 Uhr

Der VDA-Präsident Matthias Wissmann hat im Januar gesagt, in 2010 habe der Export rund 46 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung ausgemacht und die deutsche Autoindustrie habe daran einen Anteil von etwa zwei Drittel gehabt. China ist ein bedeutender Automobilmarkt - gerade für die deutschen Hersteller. Wenn Chinas Wirtschaft einbricht, dann hat die deutsche Volkswirtschaft ein ernstes Problem.

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