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14.01.2011

13:11 Uhr

Axel Weber

Bundesbank-Chef warnt vor Inflationsrisiken

Bundesbank-Präsident Axel Weber schlägt mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung optimistische Töne an, warnt aber wie auch EZB-Präsident Trichet vor Risiken für die Preisstabilität. Die Inflationsrate in den Euro-Ländern war zuletzt über die kritische Grenze von zwei Prozent geklettert. Diese Preisentwicklung, so Weber, sei genau zu beobachten.

Bundesbank-Chef Axel Weber: Risiken für die Preisstabilität Reuters

Bundesbank-Chef Axel Weber: Risiken für die Preisstabilität

HB VALLENDAR/FRANKFURT. Bundesbank-Präsident Axel Weber sieht die Perspektiven der Wirtschaft als "bemerkenswert verbessert" an. "Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für die gesamte Euro-Zone", so Weber am Freitag in Vallendar bei Koblenz. Er glaubt, dass die Erholung trotz bestehender Probleme und Risiken in der Währungsunion Bestand hat – warnt jedoch auch vor den Gefahren der steigenden Inflation in der nächsten Zeit.

Zwar sei es vor allem auf eine Verteuerung der Energiepreise zurückzuführen, dass die Inflationsrate in den Euro-Ländern zuletzt auf mehr als zwei Prozent kletterte. "Nichtsdestotrotz könnten die Risiken für die Preisstabilität, die derzeit noch ausgeglichen sind, zunehmen", warnte der Bundesbankchef. Deshalb sei es aus Sicht der Geldpolitik extrem wichtig, die Entwicklung der Preise in der nächsten Zeit genau zu beobachten.

Weber bekräftigte damit die Botschaft des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, der am Donnerstag Finanzmärkte und Öffentlichkeit mit einer Warnung vor einem steigenden Teuerungsdruck aufgeschreckt und mittelfristig selbst eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen hatte. Wie Trichet betonte nun auch Weber, dass trotz kurzzeitig höherer Inflationsraten mittelfristig derzeit noch nicht von einem nachhaltigen Anstieg der Teuerung auszugehen sei.

Der finnische Notenbank-Gouverneur Erkki Liikanen macht sich über die Inflationsentwicklung in Europa offenbar derzeit noch keine Sorgen, auch wenn die Teuerung stärker im Auge behalten werden sollte. "Wenn wir auf die Inflationserwartungen schauen (...), dann gibt es noch keine großen Sorgen. Aber wir müssen immer mehr Wachsamkeit walten lassen, wenn das (eine Überschreitung der EZB-Inflationsmarke) passiert", sagte Liikanen am Freitag dem Sender MTV3.

Das gegenwärtige Leitzinsniveau betrachten Liikanen, Weber und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark so wie Trichet auch nach wie vor als angemessen. Die EZB hatte am Vortag den Leitzins auf dem Rekordtief von einem Prozent gehalten. Stark sagte am späten Donnerstagabend in Heidelberg, die EZB müsse abwarten, wie sich die Teuerung in nächster Zeit entwickle, bevor sie Schlüsse ziehen könne: "Ob die Aufwärtsrisiken, von denen wir gesprochen haben, eintreten werden, kann heute niemand sagen. Wir müssen abwarten und sehen."

Kommentare (1)

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Peter

14.01.2011, 17:10 Uhr

Kaum reden die Euro-Notenbanker von inflation, schon steigt der Euro, und Gold in Euro verliert an Wert. Nicht zu fassen.
Mein Eindruck: Viele Marktteilnehmer glauben nicht wirklich an eine Euro-inflation und hoffen nur auf höhere Zinsen.

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