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05.07.2016

14:52 Uhr

Bank of England

Britische Banken dürfen Brexit mit Rücklagen abfedern

Die Bank of England lockert Kapitalvorgaben für britische Banken. Denn nach dem Votum zum EU-Abschied werde es eine Phase der Unsicherheit geben, so Zentralbankchef Mark Carney. Die Kreditvergabe soll nicht leiden.

Nach dem Brexit

Was geschieht mit dem Finanzzentrum London nach dem Brexit?

Nach dem Brexit: Was geschieht mit dem Finanzzentrum London nach dem Brexit?

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LondonNach dem Brexit-Votum sieht die britische Notenbank zahlreiche Stabilitätsrisiken für den Finanzsektor des Königreichs. Um einer möglicherweise eingeschränkten Kreditvergabe vorzubeugen, setzt die Notenbank eine wichtige Kreditregel für die Banken mit sofortiger Wirkung aus. Dies teilte die Bank of England (BoE) am Dienstag in London mit. Damit müssen die Banken bei der Darlehensvergabe insgesamt weniger Geld zur Absicherung zurücklegen.

Dadurch könnten Banken bis zu 150 Milliarden Pfund (179 Milliarden Euro) an zusätzlichen Krediten vergeben. Das Geld solle Haushalten und Unternehmen zugute kommen, die Geld leihen wollen, teilte der finanzpolitische Ausschuss der Bank of England am Dienstag mit.

Nach dem Referendum über einen Austritt Großbritanniens aus der EU werde es eine Periode der Unsicherheit und der Anpassung geben, hieß es weiter. Einige Risiken für die britische Wirtschaft hätten bereits begonnen, sich zu manifestieren. Die Bank of England werde aber alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um Arbeitsplätze und das Wirtschaftswachstum abzusichern. „Wir haben einen klaren Plan. Wir führen Maßnahmen ein. Und es funktioniert“, sagte Carney. An den Märkten war von dieser Zuversicht allerdings wenig zu spüren. Sorgen, dass Anleger ihr Geld aus der britischen Finanzbranche abziehen könnten, ließen das Pfund am Dienstag zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit mehr als 31 Jahren fallen.

Der „antizyklische Kapitalpuffer“, den Banken derzeit vorhalten müssen, wird von bisher 0,5 Prozent auf null Prozent. Das Instrument bezieht sich auf bestimmte Forderungen der Banken und dient grundsätzlich dazu, Übertreibungen bei der Kreditvergabe vorzubeugen. Die BoE geht davon aus, dass dieser zusätzliche Kapitalpuffer bis mindestens Juni 2017 ausgesetzt bleibt.

Die größten Investmentbanken der Welt

Zur Analyse

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen im ersten Halbjahr 2016 laut Thomson Reuters die Umsätze von Investmentbanken mit Börsengängen, M&A-Beratung sowie neu begebenen Anleihen und Krediten um mehr als 23 Prozent zurück.

Platz 10

RBC Capital Markets

Einnahmen: 757 Millionen Dollar

Rückgang: 32,6 Prozent

Platz 9

Wells Fargo

Einnahmen: 891 Millionen US-Dollar

Rückgang: 28,9 Prozent

Platz 8

Deutsche Bank

Einnahmen: 1,269 Milliarden Dollar

Rückgang: 34,4 Prozent

Platz 7

Credit Suisse

Einnahmen: 1,309 Milliarden Dollar

Rückgang: 25,0 Prozent

Platz 6

Barclays

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,0 Prozent

Platz 5

Citibank

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 20,3 Prozent

Platz 4

Morgan Stanley

Einnahmen: 2,058 Milliarden Dollar

Rückgang: 26,8 Prozent

Platz 3

Bank of America Merrill Lynch

Einnahmen: 2,127 Milliarden Dollar

Rückgang: 23,8 Prozent

Platz 2

Goldman Sachs

Einnahmen: 2,396 Milliarden Dollar

Rückgang: 30,3 Prozent

Platz 1

JP Morgan

Einnahmen: 2,598 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,6 Prozent

Im Laufe des Sommers würden vermutlich geldpolitische Anreize benötigt, hatte BoE-Chef Mark Carney jüngst gesagt. Investoren rechnen bereits damit, dass die BoE den Leitzins im Sommer senkt – möglicherweise sogar bis auf 0,0 Prozent. Aktuell liegt er mit 0,5 Prozent bereits auf einem historisch niedrigen Niveau.

Die Währungshüter hatten schon vor dem Brexit-Referendum vor den Folgen eines EU-Austritts gewarnt und für diesen Fall eine längere Phase der Unsicherheit prophezeit, wodurch die Konjunktur und insbesondere Exportaussichten getrübt werden dürften.

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