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07.04.2011

13:28 Uhr

Bank of England vorsichtig

Britischer Leitzins bleibt unverändert

Die Britische Notenbank belässt den Leitzins trotz ansteigender Inflation bei 0,5 Prozent. Die Erhöhung ist aber wohl nur aufgeschoben, um einen Zeitpunkt mit geringeren Wachstumsrisiken abzupassen.

Eine Uhr vor der Bank of England in London. Quelle: Reuters

Eine Uhr vor der Bank of England in London.

London Trotz der steigenden Inflation lässt sich die britische Notenbank mit ihrer Zinswende noch Zeit. Die Bank von England (BoE) beließ den Leitzins wie von Experten erwartet bei 0,5 Prozent. Damit liegt der Schlüsselzins weiterhin deutlich niedriger als im Euroraum: Hier rechnen Experten damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins am Nachmittag von 1,0 auf 1,25 Prozent und damit zum ersten Mal seit knapp drei Jahren anheben wird.

Experten zufolge zögert die BoE wegen der steigenden Konjunkturrisiken, es der EZB gleichzutun. „Die Kombination aus Unruhen, Protesten und Unsicherheit rund um den Globus stellen ein großes Wachstumsrisiko dar“, sagte Analyst Jeegar Kakkad von EEF. Angesichts schnell steigender Preise wird aber erwartet, dass die Währungshüter um Mervyn King spätestens ab Sommer ebenfalls die Zügel anziehen. „Ende 2011 wird der Zinssatz bei 1,0 Prozent liegen, Ende 2012 bei 2,0 Prozent“, sagte James Knigthley von Global Economics. Die meisten von Reuters befragten Analysten rechnen im dritten Quartal mit einem ersten Schritt. Manche halten das aber auch schon für Mai möglich. Die Teuerungsrate hatte zuletzt mit 4,4 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Sie liegt damit mehr als doppelt so hoch wie von der BoE angestrebt.

Falken wurden bisher überstimmt

Bereits seit längerem sprechen sich deshalb auch innerhalb der Notenbank einzelne Ratsmitglieder für höhere Zinsen aus. Doch sie wurden bisher überstimmt. Grund zur Vorsicht sieht die BoE in der immer noch schleppenden Erholung der britischen Wirtschaft. So erlitt die Industrie zuletzt wieder einen Dämpfer. Bei den wichtigen Dienstleistern zog dagegen das Wachstum an. Die Währungshüter dürften noch weitere Signale auf einen Aufschwung abwarten, bis sie die Zinsen anheben. Zudem wird die Wirtschaft zunehmend durch den Sparkurs der britischen Regierung von Premier David Cameron gebremst, das dürfte sich in den kommenden Quartalen bemerkbar machen. In den nächsten vier Jahren will Finanzminister George Osborne 81 Milliarden Pfund sparen, um die hohe Neuverschuldung zu senken. Im vergangenen Haushaltsjahr klaffte eine Lücke von fast 150 Milliarden Pfund im Staatsetat - das entspricht zehn Prozent der Wirtschaftsleistung.

In den vergangenen Monaten hatte es im geldpolitischen Ausschuss sowohl die Forderung nach einer Zinserhöhung als auch nach einer Ausweitung des Bondankaufprogramms gegeben. Die BoE hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise damit begonnen, Staatstitel im Volumen von 200 Milliarden Pfund zu erwerben, um damit die am Boden liegende Wirtschaft anzukurbeln.

Von

rtr

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