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10.01.2011

10:39 Uhr

Barclays-Indikator

Deutsche Konjunktur verliert leicht an Fahrt

VonDorit Marschall

Das deutsche Wirtschaftswachstum verliert nach dem Jahreswechsel ein wenig an Fahrt. Weil die Exporte nachlassen und die Importe zulegen, wird die konjunkturelle Entwicklung leicht eingetrübt. Volkswirte erwarten aber nur eine temporäre Abschwächung.

Der schwächere Export bremst das deutsche Wirtschaftswachstum. DAPD

Der schwächere Export bremst das deutsche Wirtschaftswachstum.

FRANKFURT. Die im vergangenen Jahr erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft gönnt sich zu Beginn des neuen Jahres eine Verschnaufpause. Darauf deutet der Handelsblatt-Barclays-Indikator hin: Das Konjunkturbarometer, das die britische Bank Barclays Capital monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnet, sagt einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,4 Prozent im ersten Vierteljahr 2011 gegenüber dem Vorquartal vorher. Im zurückliegenden vierten Quartal 2010 dürfte das Wachstum noch doppelt so hoch gewesen sein.

„Die Delle wird nur temporär sein“, sagte Barclays-Ökonom Frank Engels, der den Indikator berechnet hat. Als Hauptgrund für die erwartete Abschwächung nennt er einen rückläufigen Außenhandelsbeitrag. „Der Wachstumsbeitrag schmilzt nicht nur, weil die Exporte nachlassen, sondern vor allem, weil die Importe zulegen – und das ist mittelfristig ein sehr erfreuliches Signal für die Binnennachfrage.“

Deutschland hatte im November 2010 Waren im Wert von 88 Milliarden Euro ausgeführt. Das Importvolumen stieg auf 75,1 Milliarden Euro, den höchsten Wert seit Erhebung der Außenhandelsstatistik 1950. Damit waren die deutschen Ausfuhren um 21,7 Prozent, die Einfuhren um 33,3 Prozent höher als im November des Vorjahres. Im Vormonatsvergleich legten die Exporte um 0,5 Prozent zu, die Importe um 4,1 Prozent.

„Der kräftige Anstieg der Importe zeigt, dass die deutsche Binnenkonjunktur weiter an Kraft und Dynamik gewinnt“, kommentierte auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Den ebenfalls am Freitag gemeldeten Produktionsrückgang relativierte sein Haus: Die Entwicklung bleibe „aufwärtsgerichtet“. Dafür spreche die gute „Bestelltätigkeit“. Tatsächlich hatte die Industrie zuletzt eine wahre Auftragsflut verbucht.Die Produktion sank am stärksten im Bausektor. Das sei bei dem strengen Winter nicht verwunderlich, aber auch kein Grund zur Sorge, sagte Barclays-Ökonom Engels. Nach dem strengen Winter werde großer Nachholbedarf herrschen. „Nachhaltig wird das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nur dadurch geschwächt, dass die öffentlichen Haushalte dringend sparen müssen und daher weniger Impulse liefern können“, sagte Engels.

Von dem Boom des deutschen Konsums sei bislang allerdings noch nicht viel zu sehen, kommentierte Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf mit Blick auf die Umsätze im Einzelhandel. Die waren im November gegenüber Oktober um 2,4 Prozent gefallen. Dennoch erwartet Rondorf, dass die Inlandsnachfrage in den kommenden Quartalen spürbar zum Wachstum beitragen wird. Der private Konsum dürfe in diesem Jahr um rund 1,5 Prozent wachsen. Das sei „für deutsche Verhältnisse recht ordentlich“.

Kommentare (3)

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aruba

10.01.2011, 12:19 Uhr

Guten Tag,.... also doch kein XXL Aufschwung,.... vielleicht nur XL,.... oder gar niX.... Aufschwung. besten Dank

Morchel

10.01.2011, 13:18 Uhr

VW/bMW und die Nobelmarken steigen auf in ungeahnte Höhen.also doch xxl Aufschwung. Die Fachkräfte werden händeringend natürlich zu ordentlichen bedingungen eingestellt,Arbeitslose sind ein knappes Gut und wie nun, natürlich Ausländische Fachkräfte muss man von der Leyen denn alles sagen, vor lauter Erfolge verpasst die noch den Zug nach oben.Nehmen sie sich Zeit der fährt erst mit verspätung los, der wartet auf Herrn Mehdorn, mit seinen börsengang. Wieso mussten wir auch alle staatlichen ünterstützungsprogramme einstellen, kurzarbeitergeld,und nun was machen wir wos so richtig brummt. Ein Euroarbeiter, Aufstocker, kann man die nicht noch einen vierten Aufstockerjob zumuten.Fragen wir Sarrazin und seine Lehrerin, denke da kommen Lösungen her. in Dresden duschen die schon garnicht meht die gehen in die Elbe bei 3 Grad Wassertemperatur, ist das gut so Werter Herr Sarrazin wenn sie nun das auch noch vorturnen ist diese Welt auf einen guten weg voller Glücklicher Menschen. Schulden welche Schulden uns gehts doch gut.

W. Fischer

11.01.2011, 08:41 Uhr

Was für eine Überschrift?
im vergangenen Jahr, wurde uns bürgern, alles in rosaroten Farben geschildert, man verkündete vollmundig einen lang anhaltende Aufschwung, und nun diese Überschrift.
Liebes Hb. Sie sollten ihre Artikel zu diesem Thema vom vergangenen Jahr nochmals sich zu Gemüte führen, und erkennen, dass niemand in die Zukunft sehen kann, der bürger wurde wie immer, in die irre geführt, und die Presse hat einen großen Anteil daran.
ich bitte das Hb. sich um seriöse berichterstattung zu bemühen.
Danke

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