Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2011

17:15 Uhr

Barclays Indikator

Deutsche Wirtschaft wächst solide

ExklusivDie deutsche Konjunktur brummt weiter. Das zeigen die jüngsten Daten des Handelsblatt-Barclays-Indikator. Im zweiten Quartal könnte das Wachstum aber gebremst werden.

Noch wächst die deutsche Wirtschaft. Für die Zukunft sind die Analysten von Barclays Capital aber etwas verhaltener. Quelle: dpa

Noch wächst die deutsche Wirtschaft. Für die Zukunft sind die Analysten von Barclays Capital aber etwas verhaltener.

Düsseldorf/HalleDie deutsche Wirtschaft bleibt ihrem Ruf als europäische Wachstumslokomotive treu und startet stark in das neue Jahr: Im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um ein Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein, prognostiziert der Barclays-Indikator des Handelsblatts.

Für das zweite Quartal sagt der Handelsblatt-Barclays-Indikator dagegen nur noch einen halb so kräftigen BIP-Zuwachs im Vorquartalsvergleich vorher. Dabei bestehe aber eine „nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit“, dass diese Schätzung im nächsten Monat noch angehoben werden könne, sagte Barclays-Ökonom Frank Engels. Die erwartete Wachstumsverlangsamung im zweiten Quartal ist dem Bankvolkswirt zufolge fast ausschließlich auf die verzerrenden Winterwetter-Effekte am Jahresende 2010 und die damit verbundenen Aufholeffekte im ersten Vierteljahr 2011 zurückzuführen.

Wachsenden Optimismus für die deutsche Konjunktur zeigt auch das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 3,0 Prozent zulegen, heißt es in einer am Mittwoch vorgelegten Analyse. Im Dezember war das IWH noch von 2,3 Prozent ausgegangen.

Die Experten übertreffen mit ihrer neuen Vorhersage die Bundesbank, die am Dienstag ihre Prognose von 2,0 auf 2,5 Prozent angehoben hatte. Für kommendes Jahr erwartet das IWH nun 1,9 Prozent Wachstum, im Dezember waren noch 1,7 Prozent prognostiziert worden. Die Beschäftigung werde noch in diesem Jahr kräftig zunehmen und die Arbeitslosenquote auf 6,6 Prozent sinken. Im Februar lag die Arbeitslosenquote in Deutschland bei 7,9 Prozent.

Hintergrund des globalen Aufschwungs ist nach Einschätzung des IWH die extreme Geldpolitik in vielen Ländern seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Um die Versorgung der Wirtschaft mit frischem Geld nicht zu gefährden, hatten Zentralbanken weltweit die Leitzinsen gesenkt oder sogar mit dem Ankauf von Staatsanleihen oder anderen Papieren die Märkte mit zusätzlichem Geld geflutet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nun erstmals seit der Krise eine leichte Anhebung ihres Leitzinses von derzeit 1,0 Prozent in Aussicht gestellt.

„Die deutsche Wirtschaft profitiert vom globalen Aufschwung, verleiht ihm aber auch Impulse“, schrieb das IWH. Das Wachstum werde sich kraftvoll fortsetzen. Dafür sprächen die weiterhin lockere Geldpolitik, die Dynamik in den Schwellenländern und die insgesamt guten Investitionsbedingungen. Die Prognose gehe allerdings davon aus, dass die Anspannungen in den arabischen Ländern sich rasch beruhigen. „Die aktuelle Gefahr einer neuen Ölkrise besteht jedoch“, hieß es.

Die Verbraucherpreise werden nach Einschätzung des IWH in diesem Jahr um 2,3 Prozent klettern. Dies liegt über dem Ziel der EZB, die im Euroland einen Wert von knapp zwei Prozent anstrebt. 2012 dürfte diese Schwelle laut IWH aber mit 1,8 Prozent wieder unterschritten werden.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Markus

10.03.2011, 07:57 Uhr

Dieses "Gebrumme" steht auf Lügen und auf sehr wackeligen Beinen !!!!!!!
Das kann - und wird sehr bald über Nacht vorbei sein !!!!
Nur wer schläft und sich von Propaganda einlullen lässt, hat das noch nicht kapiert.....

Machiavelli

11.03.2011, 05:28 Uhr

Dass die deutsche Wirtschaft die europäische Wachstumslokomotive ist möchte ich bezweifeln weil sie auf Kosten der anderen schwächeren europäischen Wirtschaften wächst. Immer mehr Firmen werden in den Peripherieländern geschlossen und die Produktion von deutschen Firmen übernommen. Das scheint mir nicht wünschenswert zu sein, für die Eurozone insgesamt in keinem Fall. Dadurch der permanenten Überschuss der deutschen Handelsbilanz (154 Milliarden allein in 2010) und die Überschuldung vielen Euroländern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×