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04.05.2013

15:52 Uhr

BDI-Präsident Grillo

Aufschwung kommt im Herbst

Ein kleines Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent ist in diesem Jahr drin, sagt der Chef des Deutschen Industrieverbandes, Ulrich Grillo. Das läge besonders an den steigenden Exporten. Mehr wäre aber eigentlich besser.

Lkws im Hamburger Containerhafen: Der Export stützt das deutsche Wirtschaftswachstum. dpa

Lkws im Hamburger Containerhafen: Der Export stützt das deutsche Wirtschaftswachstum.

BerlinDer Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet trotz jüngster Anzeichen für eine Abschwächung mit einem Anziehen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte. „Die deutsche Wirtschaft wird nach einem kalten Winter im zweiten Halbjahr aufdrehen“, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo in einem am Samstag verbreiteten Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“. „Unsere BDI-Schätzung von 0,8 Prozent Wachstum in diesem Jahr können wir halten.“

Zwar gäbe es innerhalb Europas Schwierigkeiten, aber die Exporte würden insgesamt um 3,5 Prozent zunehmen, argumentierte Grillo. Außerhalb Europas gäbe es weniger Probleme.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Die USA wüchsen trotz Haushaltssperre robust, ebenso die großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China. „Und ob China nun etwas mehr oder weniger als acht Prozent wächst, ist für unsere Ausfuhren nicht entscheidend.“ Allerdings sagte Grillo auch: „Seien wir ehrlich: Eigentlich müssten wir mehr schaffen.“

Von

dpa

Kommentare (20)

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so-ist-es

04.05.2013, 16:41 Uhr

falsche Propheten haben Hochkonjunktur
und führen ins Verderben.

dauerparker

04.05.2013, 16:59 Uhr

...und nachts ist´s finsterer als draußen, Grillo, Grillo ? war das nicht der aus Italien

GenauerBeobachter

04.05.2013, 17:24 Uhr

Halten wir fest: Was Deutschlands Wirtschaft an Auftragsvolumen gut tut, bringt der Bevölkerung rein gar nichts. Deutschland zählt zu den Armenhäusern Westeuropas mit einer Armee mittelloser Leiharbeiter, Mindestlöhnern und Hartz IV-Beziehern. 80 Prozent der Italiener besitzen ein Eigenheim. In Deutschland geht der halbe Lohn fürs Wohnen drauf und man kämpft ums Überleben, damit man nicht auf der Straße steht.

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