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17.01.2007

21:44 Uhr

„Beige Book“

US-Wirtschaft wächst laut Fed weiter moderat

Die US-Wirtschaft ist nach jüngsten Erkenntnissen der US-Notenbank Ende 2006 und Anfang 2007 moderat gewachsen. Die meisten Berichte der regionalen Federal Reserves signalisierten eine moderat zunehmende Wirtschaftsaktivität, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Beige Book der Fed hervorgeht.

HB WASHINGTON. Allgemein war in den Berichten von moderat steigenden Einzelhandelsumsätzen die Rede, eine Ausnahme bildete vielerorts das Kfz-Geschäft. Eine sinkende Wirtschaftsaktivität meldete der Distrikt Cleveland, eine durchwachsene Entwicklung wurde aus Boston berichtet. Angesicht ausbleibender Schwächezeichen von der Konjunkturseite dürften die Chancen auf eine baldige Fed-Zinssenkung gesunken sein.

Die im aktuellen Beige Book zusammengetragenen Daten bilden die Grundlage für die am 31. Januar nach zweitägiger FOMC-Sitzung anstehende erste Zinsentscheidung im Jahr 2007. Beobachter erwarteten zuletzt überwiegend, dass die Fed den Zielsatz ihrer Fed-Funds-Rate vorerst auf dem aktuellen Niveau von 5,25% belassen wird. Die Wahrscheinlichkeit eines auf 5,00% reduzierten Leitzinses im zweiten Quartal preisten Eurodollars am Mittwochabend nur noch mit 32% ein, vor dem Beige Book waren es 36% gewesen. Dollar, Anleihenotierungen und Aktien zeigten kaum Reaktionen.

Laut Sitzungsprotokoll hatten die FOMC-Mitglieder am 12. Dezember größere Abwärtsrisiken für die Wirtschaft gesehen, jedoch zugleich darin übereingestimmt, dass die Inflation das primäre Risiko darstellt. An diesem Bild dürfte das Beige Book kaum etwas geändert haben. Danach registrierte die Fed Ende Dezember und Anfang Januar insgesamt nur mäßige Preisanstiege, was mit rückläufigen Energie- und Rohstoffpreisen sowie begrenzten Überwälzungsspielräumen für die Hersteller von Endprodukten begründet wurde. Die Präsidentin der San-Francisco-Fed, Janet Yellen, sagte am Abend allerdings, der Inflationsausblick bleibe trotz zuletzt ermutigender Daten unsicher.

Das verarbeitende Gewerbe expandierte in den meisten Regionen der USA. Boston, Philadelphia, Cleveland und San Francisco melden eine zunehmende Aktivität in diesem Sektor, Chicago, Minneapolis und Kansas City dagegen ein langsameres Wachstum.

Die Fed registriert in nahezu allen Distrikten eine anhaltende Abschwächung des Markts für Wohnimmobilien, wobei hohe Bestände an unverkauften Häusern zu einem Rückgang der Neubauaktivität führten. Dagegen wurde bei Geschäftsimmobilien eine hohe Aktivität verzeichnet. Die Arbeitsmärkte sind in den meisten Gebieten der USA enger geworden, Unternehmen hatten zuweilen Schwierigkeiten, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Obwohl in einigen Bezirken vermehrt neue Mitarbeiter eingestellt wurden, blieben die Lohnzuwächse relativ gemäßigt. Allerdings äußerten einige Branchen Sorge wegen steigender Lohnzusatzleistungen.

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