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05.03.2014

21:27 Uhr

Beige Book

US-Wirtschaft wächst trotz hartem Winter

Das harte Winterwetter hat die US-Wirtschaft in vielen Regionen ausgebremst und den Stellenaufbau behindert. Trotzdem kann die größte Volkswirtschaft der Welt im Januar laut US-Notenbank leicht zulegen.

US-Flaggen auf den Dächern von Gebrauchtwagen in Detroit: Die Fed versucht derzeit herauszufinden, ob die Konjunkturschwäche auf den Winter oder fundamentale Probleme zurückzuführen ist. dpa

US-Flaggen auf den Dächern von Gebrauchtwagen in Detroit: Die Fed versucht derzeit herauszufinden, ob die Konjunkturschwäche auf den Winter oder fundamentale Probleme zurückzuführen ist.

New YorkIn den meisten Teilen der USA ist die Wirtschaft nach Angaben der Federal Reserve im vergangenen Monat leicht gewachsen - auch wenn das harte Winterwetter den Stellenaufbau behinderte, Lieferketten unterbrach und Kunden von Läden und Autohäusern fernhielt.

Acht der zwölf Fed-Distrikte hätten von einem „höheren Aktivitätsniveau berichtet, aber in den meisten Fällen wurden die Zuwächse als verhalten bis moderat beschrieben“, erklärte die US-Notenbank am Mittwochabend in ihrem Konjunkturbericht. In den Distrikten New York und Philadelphia wurden hingegen Rückgänge gemeldet, die „zum Großteil dem ungewöhnlich raue Wetter in diesen Regionen zugeschrieben wurden“, wie es hieß.

Das so genannte Beige Book basiert auf Konjunkturdaten aus den zwölf regionalen Notenbankdistrikten und wird zwei Wochen vor der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) veröffentlicht.

Fed-Chefin Janet Yellen und ihre Kollegen versuchen derzeit herauszufinden, ob die jüngste wirtschaftliche Schwäche auf den kalten Winter oder auf fundamentale Wachstumshemmnisse zurückzuführen ist. Bei der FOMC-Sitzung am 18. und 19. März - erstmals unter Yellen, die im letzten Monat die Nachfolge von Ben S. Bernanke angetreten hatte - werden die Währungshüter auch das Beige Book heranziehen. Sie müssen entscheiden, ob sie die Anleihekäufe der US-Notenbank erneut um 10 Milliarden Dollar auf dann 55 Milliarden Dollar pro Monat senken.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Das aktuelle Beige Book wurde von der Atlanta-Fed zusammengestellt und basiert auf Daten von vor dem 24. Februar. In dem Konjunkturbericht hieß es, dass „der Ausblick unter den meisten Distrikten optimistisch blieb“.

Ein Großteil der wirtschaftlichen Schwäche ist dem Beige Book zufolge auf die Witterung zurückzuführen. Der Einzelhandel habe sich in weiten Teilen des Landes „abgeschwächt“, weil das harte Winterwetter die Aktivität begrenzt habe. Auch bei den schwächeren Autoverkäufen sei in vielen Distrikten auf das Wetter verwiesen worden, hieß es weiter.

Schnee und frostige Temperaturen hätten in einigen Teilen auch „Versorgungsketten unterbrochen und Lieferungen verzögert“, und sich damit negativ auf Umsätze und Produktion im verarbeitenden Gewerbe ausgewirkt. Auch der schwächere Stellenaufbau wurde dem Wetter zugeschrieben.

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