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02.10.2012

11:34 Uhr

Bericht der Weltbank

Wirtschaft muss 600 Millionen Arbeitsplätze schaffen

Mangelnde Gleichberechtigung, sozialen Unruhe, weniger Wachstum: Der Entwicklungsreport der Weltbank skizziert drastische Konsequenzen, falls in Zukunft nicht genügend neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnne.

Arbeiter in einer chinesischen Autofabrik. Reuters

Arbeiter in einer chinesischen Autofabrik.

WashingtonDie Weltwirtschaft muss im Zeitraum von 2005 bis 2020 rund 600 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, um neu auf den Arbeitsmarkt kommende junge Menschen zu beschäftigen, die Entwicklung anzuregen, die Stellung der Frauen zu stärken und sozialen Unruhen entgegen zu wirken. Zu dieser Einschätzung kommt die Weltbank in ihrem am Montag vorgelegten World Development Report.

Nach Ansicht der Weltbank sollten Arbeitsplätze für Regierungen oberste Priorität haben. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass vor nicht einmal zwei Jahren der Mangel an Arbeitsplätzen mit dazu beitrug, die Regierungen in Ägypten und Tunesien zu stürzen. Die Auswirkungen über den ökonomischen Bereich hinaus ließen die Schaffung von Arbeitsplätzen zu einem Eckpfeiler für die Entwicklung werden, heißt es in dem Weltbank- Bericht.

“Demografische Verschiebungen, technologischer Fortschritt und die anhaltenden Auswirkungen der internationalen Finanzkrise verändern die Beschäftigungslandschaft weltweit”, schreibt Weltbankpräsident Jim Yong Kim im Vorwort des Berichts. “Länder, die sich diesen Veränderungen erfolgreich anpassen und die Herausforderungen an ihren Arbeitsmärkten bewältigen, können einen dramatischen Zuwachs bei Lebensstandard, Produktivitätswachstum und Zusammenhalt der Gesellschaft erreichen.”

Nach Angaben der Weltbank sind im Jahr 2020 rund 600 Millionen Arbeitsplätze mehr erforderlich als 2005. Ein Großteil davon wird in Asien und südlich der Sahara benötigt. Das US-Statistikamt schätzt die derzeitige Weltbevölkerung auf sieben Milliarden Menschen.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Nach dem schlimmsten Wirtschaftsabschwung seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich der Arbeitsmarkt in manchen Ländern noch nicht wieder auf das Niveau vor der Krise erholt. Zudem schwäche sich die Weltkonjunktur wieder ab, heißt es in dem Bericht.

Arbeit könne die Vorstellung verändern, die Menschen von sich haben und ihre Beziehungen zu anderen. Das könne positive Auswirkungen haben, etwa wenn der Arbeitsplatz ein Ort ist, an dem die Angestellten mit Menschen anderen Geschlechts oder anderer Ethnien umgehen müssten.

Es könne aber auch negative Folgen haben, wenn es keine Arbeitsplätze gebe, schreibt die Weltbank. Die Jugend wende sich womöglich kriminellen Gangs zu, um dort fehlende Identität und Zugehörigkeit zu finden, die ein Arbeitsplatz bieten könnte.

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Es sei eine Aufgabe der Regierungen, diejenigen Jobs zu identifizieren, die nach ihrer Einschätzung für die jeweilige Entwicklung des Landes am wichtigsten sind. Dann habe sie dem privaten Sektor, der weltweit 90 Prozent der Arbeitsplätze stellt, die Anreize zu geben, diese Arbeitsplätze zu schaffen, schreibt die Weltbank. Darüber hinaus liege es in der Verantwortlichkeit der Regierungen, für makro-ökonomische Stabilität und ein günstiges Geschäftsumfeld zu sorgen, einschließlich Infrastruktur.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

02.10.2012, 11:54 Uhr

Das System ist nicht in der Lage Arbeitsplätze zu schaffen - der Gewinn würde sinken. Und die Erzielung von maxiamlem Gewinn ist oberstes Ziel!

HelmutJosefWeber

02.10.2012, 12:14 Uhr

Ja- und was sollen diese 600 Millionen bauen?
Den Suezkanal mit Teelöffeln verbreitern?

Viele Grüße
H. J. Weber

Na_dann_viel_Spass

02.10.2012, 13:06 Uhr

"Wirtschaft muss 600 Millionen Arbeitsplätze schaffen"

Gestern war noch zu lesen, daß Europa knapp 20 Millionen Arbeitslose hat. Wo sollen denn die anderen 580 Millionen denn dann noch arbeiten?

Oder aber haben wir in Europa gar nicht 20 sondern 50+ Millionen Arbeitslose? Was zum Nachdenken ...

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