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11.01.2005

12:56 Uhr

Besonders starker Rückgang bei Investitionsgütern

Industrie fuhr Produktion im November deutlich herunter

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im November überraschend deutlich heruntergefahren. Die Industrieunternehmen stellten saisonbereinigt 1,5 Prozent weniger her als im Vormonat, das gesamte produzierende Gewerbe verringerte die Erzeugung sogar um 1,7 Prozent, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.

HB BERLIN. Die Bauproduktion nahm dabei um 0,9 % ab, die Energieerzeugung sank um 3,3 %. Innerhalb der Industrie drosselten die Hersteller von Investitionsgütern die Produktion besonders stark. Angesichts der zuletzt aber wieder besseren Stimmung in der Wirtschaft werteten Analysten das Produktionsminus als Ausrutscher. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass auch die Industrie weiter expandieren wird“, sagte Jan-Paul Ritscher von der HSH Nordbank. „Das langsame Tempo der Konjunkturerholung wird bebehalten.“

Im Oktober war die gesamte Produktion nach revidierten Angaben um 0,4 % gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten für November eine unveränderte Produktion erwartet. „Die Zahl ist wirklich sehr schlecht, kommt aber nicht ganz unvermittelt, nachdem bereits der Auftragseingang im November schlecht war“, kommentierte Gerd Haßel von der ING BHF-Bank die November-Daten. Die Industrie hatte im November 2,3 % weniger Aufträge erhalten und auch andere Konjunktur- und Stimmungsdaten waren unerwartet schlecht ausgefallen. „Möglicherweise sind das Sondereffekte, fundamentale Gründe für dieses kräftige Minus habe ich nicht gesehen“, sagte Ritscher.

Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima hatten im Dezember wieder angezogen, der ZEW-Indikator seine Aufwärtsbewegung im Januar sogar beschleunigt. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass sich die moderate Erholung in Deutschland fortsetzen wird. Umstritten ist allerdings, in wie weit eine allmählich anziehende Binnennachfrage die nachlassende Dynamik der Weltwirtschaft ausgleichen kann.

Besonders stark sank die Produktion von Investitionsgütern, die 3,4 % unter dem Niveau vom Oktober lag. Die Vorleistungsgüterproduzenten produzierten 0,4 % weniger. Die Konsumgüterindustrie stellte 0,6 % weniger her, wobei die Hersteller von Gebrauchsgütern wie Möbel oder Haushaltswaren die Produktion 4,1 % reduzierten. Nur die Verbrauchsgüterproduzenten hielten den Ausstoß stabil. Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monats-Vergleich Oktober/November zu August/September nahm die gesamte Produktion um 0,5 % ab.

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