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15.10.2014

13:08 Uhr

Besser als Zielwert

Inflation in China sinkt stärker als erwartet

Die chinesische Inflation ist deutlich eingedämmt worden: Sie ist nicht nur auf 3,5 Prozent gesunken, wie es das Ziel der Regierung war, sondern gleich auf 1,6 Prozent. Das schürt die Konjunktursorgen im Land.

Die Verbraucherpreise in China erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent, wie das Statistikamt in Peking mitteilt. Reuters

Die Verbraucherpreise in China erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent, wie das Statistikamt in Peking mitteilt.

PekingDie überraschend stark nachlassende Inflation schürt Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung in China. Die Verbraucherpreise stiegen im September nur noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt am Mittwoch in Peking mit. Das ist die niedrigste Teuerungsrate seit Anfang 2010, zu der fallende Preise für Lebensmittel, Benzin und Rohstoffe beitrugen. Im August hatte sie noch bei 2,0 Prozent gelegen. Die Regierung strebt eigentlich einen Wert von 3,5 Prozent an.

„Die geringe Inflation deutet auf steigende Risiken einer Deflation in China angesichts der schwachen Binnennachfrage hin“, warnten die Ökonomen von HSBC. Das setzt die Zentralbank unter Zugzwang.

„Vor dem Hintergrund der schwachen Binnendynamik und den Überkapazitäten baut sich somit ein gewisser Handlungsdruck auf“, sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze. Rasche Zinssenkungen seien derzeit zwar unwahrscheinlich. Dafür zeichne sich aber ab, dass die Banken weniger Geld bei der Zentralbank als Sicherheit parken müssen. Dieses könnte dann in Form von Krediten weitergereicht werden und so die Konjunktur ankurbeln.

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Das chinesische Wirtschaftswachstum wird nach Prognosen der Weltbank in diesem und im nächsten Jahr sinken, das vorgegebene Ziel der Regierung wird wohl verfehlt. Die Proteste in Hongkong sollen aber kaum Einfluss haben.

Im dritten Quartal dürfte die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nur noch um 7,2 Prozent gewachsen sein, erwarten von Reuters befragte Ökonomen. Das wäre das kleinste Plus seit mehr als fünf Jahren. Die offiziellen Daten werden kommende Woche veröffentlicht. Eine Flaute in China würde auch die deutsche Wirtschaft treffen. Deren Exporte in die Volksrepublik waren im ersten Halbjahr um 15,5 Prozent auf 43 Milliarden Euro gestiegen, womit die Unternehmen die schwache Nachfrage aus Europa teilweise ausgleichen konnten.

Von

rtr

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