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13.02.2004

14:25 Uhr

Bessere Werte für die gesamte EU

Aufschwung in Euro-Zone lässt auf sich warten

Im Schlussquartal 2003 hat sich in der Euro-Zone das ohnehin schwache Wirtschaftswachstum sogar noch etwas verlangsamt. Die EU-Kommission sagte am Freitag jedoch eine allmähliche Beschleunigung in den ersten sechs Monaten dieses Jahres voraus.

HB BRÜSSEL. Volkswirten zufolge belegen die vorgelegten Wachstumsdaten die großen Probleme des Währungsraums, die wirtschaftliche Erholung aus eigener Kraft voranzutreiben. Damit erhöht sich die Abhängigkeit Europas von der Konjunkturlokomotive USA, die im vierten Quartal ein deutlich kräftigeres Wachstum vorgelegt hatte.

Nach enttäuschenden Zahlen aus den drei größten Volkswirtschaften der Euro-Zone - Deutschland, Frankreich und Italien - kam der abgeschwächte Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Währungsgebiet nicht mehr überraschend. Einer ersten Schätzung des europäischen Statistikamts Eurostat zufolge wuchs das BIP in den letzten drei Monaten 2003 zum Vorquartal um lediglich 0,3 %. Im dritten Quartal lag die Rate noch bei 0,4 %.

Im Gesamtjahr 2003 verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum - unter anderem belastet von der starken Euro-Aufwertung - auf 0,4 % von 0,9 % im Vorjahr. In Deutschland war das BIP sogar um 0,1 % geschrumpft. Die Wachstumsrate im vierten Quartal war hier zu Lande mit 0,2 % ebenso hinter den Erwartungen von Volkswirten zurückgeblieben wie die in Frankreich mit 0,5 % und Italien, wo das BIP im Vergleich zum Vorquartal stagnierte.

In der gesamten Europäischen Union (EU) - also einschließlich Großbritanniens, Schweden und Dänemarks - wuchs die Wirtschaft im Schlussquartal wie in den drei Monaten zuvor um 0,4 %. Damit bleibt die Europa weit hinter den Wachstumsraten der weltgrößten Volkswirtschaft zurück. Mit einem offiziell geschätzten BIP-Plus von 4,0 % im vierten Quartal kam die US-Konjunktur merklich schneller in Schwung, auch wenn man berücksichtigt, dass diese Zahl aufs Jahr hochgerechnet ist. Volkswirt Howard Archer von Global Insight zeigte sich enttäuscht über die anhaltend schwache Konjunktur in der Euro-Zone. Dies zeige, dass „die Region weiterhin darum kämpft, eine wirtschaftliche Erholung zu entwickeln“.

Für die Euro-Zone erwartet die EU-Kommission eine Wachstumsbeschleunigung im ersten Halbjahr. Für die ersten beiden Quartale prognostizierte die Brüsseler Behörde einen BIP-Anstieg von jeweils 0,3 bis 0,7 % zum Vorquartal. Für das Gesamtjahr 2004 erwartet die Kommission ein Wirtschaftswachstum von 1,8 %, während die Europäische Zentralbank (EZB) mit plus 1,6 % rechnet.

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