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03.02.2014

13:40 Uhr

Bestechung in Europa

Korruption kostet 120 Milliarden pro Jahr

Bestechung wirkt sich nicht nur negativ auf das Vertrauen der Bürger in den Staat aus - sie kostet auch Geld. 120 Milliarden Euro gehen der europäischen Wirtschaft jedes Jahr durch Korruption verloren.

Mehr als die Hälfte der EU-Bürger glaubt, dass Bestechung in den vergangenen drei Jahren zugenommen hat. dpa

Mehr als die Hälfte der EU-Bürger glaubt, dass Bestechung in den vergangenen drei Jahren zugenommen hat.

BrüsselBestechungen schädigen die Wirtschaft in der Europäischen Union pro Jahr um 120 Milliarden Euro. Das geht aus einem am Montag erstmals veröffentlichten Bericht der EU-Kommission zum Thema Korruption hervor. „Korruption untergräbt das Vertrauen der Bürger in demokratische Institutionen und Rechtsstaatlichkeit, sie schädigt die europäische Wirtschaft und entzieht Staaten dringend benötigte Steuereinnahmen“, sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström.

Die Mitgliedsländer hätten zwar schon viel im Kampf gegen Korruption unternommen, aber das sei bei weitem noch nicht genug. Malmström legte einen Maßnahmenkatalog vor, mit dem die Kommission die Länder im Kampf gegen Schmiergeldzahlungen unterstützen will. Dazu gehören Vorschläge, wie die Transparenz erhöht und interne Kontrollmechanismen verbessert werden können.

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Nirgendwo sonst in Europa sind Beamten laut Korruptionsindex bestechlicher als im hochverschuldeten Griechenland. Deutschland schneidet zwar besser ab, doch der Musterknabe ist das Land nicht.

Einer Umfrage im Auftrag der Brüsseler Behörde zufolge ist mehr als die Hälfte der befragten EU-Bürger der Meinung, dass Bestechung in den vergangenen drei Jahren - also während der Verschärfung der Euro-Schuldenkrise - zugenommen hat. Drei Viertel glauben, dass Korruption in ihren jeweiligen Heimatland weit verbreitet ist. Von den Befragten in Griechenland sind 99 Prozent dieser Meinung, gefolgt von denjenigen in Italien (97 Prozent), Litauen, Spanien und Tschechien (jeweils 95 Prozent). Am wenigsten glauben die Schweden (54 Prozent) in ihrem Land an das Verteilen oder Annehmen von Schmiergeld. Eine ähnliche Verteilung findet sich bei den befragten Firmen. Unternehmen im europäischen Bausektor sind zu 79 Prozent und damit am häufigsten der Ansicht, dass Korruption in ihrem Bereich weit verbreitet ist.

Von

rtr

Kommentare (2)

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merxdunix

03.02.2014, 15:20 Uhr

Man kann das vielleicht auch anders sehen. Geld ist ja bekanntlich nicht weg. Es hat nur ein anderer. Korruption ist mitunter das effizienteste Mittel zur Wirtschaftsförderung. Warum einen fernen Wegelagerer etwas geben, wenn man damit die Tür vor der Nase öffnen kann.
Wie dadurch Steuereinnahmen entgehen sollen, ist auch fraglich. Schließlich kann man Bestechungsgelder nicht von der Steuer absetzen. Wenn den Staaten durch Korruption überhaupt Einnahmen entgehen, dann deshalb, weil die zuständigen Behörden nicht effizient arbeiten oder auf einem Auge blind sind. Dann kann man diese aber auch auflösen und die gesparten Gelder dem Steuerzahler zurückgeben. Ähnlich ist es doch mit der Duldung von Schwarzarbeit. So lange diese ins politische Kalkül passt, wird weggesehen. Es geht den Beamten und Politikern doch gar nicht um den funktionierenden Staat, sondern um ihre Macht, an der richtigen Stelle durch Untätigkeit großzügig sein zu können. Es wird wohl mal wieder ein Grund gesucht, die Steuern zu erhöhen, damit wir noch mehr rennen.

RumpelstilzchenA

03.02.2014, 15:52 Uhr

Nicht nur immer in der Ukraine, nein, auch in Europa blüht die Korruption in den schönsten Farben!!!
Immer schön an die eigene Nase fassen.

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