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25.10.2012

14:46 Uhr

Betriebswirte im Porträt

Schluss mit dem Gabelstapler-Image

VonHolger Alich

Der Züricher Logistik-Professor Stephan Wagner ist schon während seiner Zeit bei der Bundeswehr auf sein Forschungsthema gestoßen. Trotz einer erfolgreichen Karriere in der Wirtschaft widmete er sich der Wissenschaft.

Stephan Wagner ist seit dem Jahr 2008 Professor für Logistikmanagement an der ETH Zürich. ETH Zürich

Stephan Wagner ist seit dem Jahr 2008 Professor für Logistikmanagement an der ETH Zürich.

ZürichDer Züricher BWL-Professor Stephan Wagner ist gleich in zweifacher Hinsicht ein ungewöhnlicher Vertreter seiner Zunft. Er gab eine erfolgreiche Karriere in der Wirtschaft auf, um sich der Wissenschaft zu widmen - und er hat ein Forschungsthema schon bei der Bundeswehr für sich entdeckt.

„Während meines Wehrdienstes habe ich den Lkw-Führerschein gemacht und habe dort selbst in der Logistik gearbeitet“, erzählt der 42-jährige Logistik-Professor an der ETH Zürich.

Wagners Praxiserfahrung erstreckt sich indes nicht nur darauf, oliv-grüne 40-Tonner gelenkt zu haben. Nach dem BWL-Studium an der FH in München heuerte er 1996 bei der Unternehmensberatung Roland Berger an. „Die waren damals die einzigen Strategieberater, die in Sachen Logistik-Management wirklich aktiv waren.“

Als Berger-Berater arbeitete er unter anderem für die Automobil-Industrie und hätte zum Partner aufsteigen können. „Ich wusste aber immer, dass ich mein Leben nicht als Berater verbringen wollte.“ Daher wechselte der gebürtige Oberbayer in die Industrie, zur Schweizer Industrie-Gruppe SIG Holding. Und schrieb bereits dort an seiner Habilitation. 2005 bekam er dann seine erste Stelle als Professor an der WHU Otto-Beisheim School of Management.

Den Wechsel aus der Privatwirtschaft in den Uni-Betrieb erklärt er so: „Das war immer für mich eine Alternative, die ich vor Augen hatte. Mich reizt der hohe Freiheitsgrad der Arbeit und die Selbstverantwortung.“

Die Kontakte in die Privatwirtschaft sind allerdings nie abgerissen. Ein Grund dafür ist, dass sein Lehrstuhl von der Kühne-Stiftung finanziert wird, die von der gleichnamigen Unternehmerfamilie getragen wird, der auch der Logistikriese Kühne + Nagel gehört. Die Kühne-Stiftung lasse ihm alle Freiheiten in der Forschung und helfe mit seinem weltweiten Netzwerk, Kontakte zu Unternehmen aufzubauen.

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