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15.06.2011

09:43 Uhr

Billiges Geld der Fed

Warum nur Helikopter-Ben die USA in Schwung hält

VonRolf Benders

Die US-Notenbank ist bereits der größte Gläubiger der USA. Warum die Wachstumsschwäche neuerliche Anleihekäufe wahrscheinlicher machen, als viele bisher glauben.

US-Flagge. Quelle: Reuters

US-Flagge.

New YorkDas Wachstum in den USA schwächelt wieder. Und im Grunde ist es – wieder einmal – allein Notenbankchef Ben Bernanke, der im Moment die Konjunktur wieder anschieben könnte. Denn die Politik ist über den Haushalt heillos zerstritten. Zwar hatte Bernanke versprochen, die Zeit des billigen Geldes bald zu beenden und sich der Inflationsbekämpfung zu widmen. Aber man kann sich wohl darauf einstellen, dass er schon beim kleinsten Beweis für eine Fortdauer der Wachstumsschwäche das Geld wieder mit dem Helikopter abwirft, wie er es selber einmal scherzhaft formulierte. Denn er wird versuchen, den Ruf der Unabhängigkeit seiner Institution zu wahren.

Die Lage ist verfahren. Wie 2010 lässt das Wachstum in den USA zur Mitte des Jahres zu wünschen übrig. Im ersten Quartal waren es keine zwei Prozent, und auch im zweiten sind die Aussichten nicht viel besser. Keine Rede mehr von den bis zu vier Prozent Wachstum, von denen die USA noch im Winter träumten. Der hohe Ölpreis und die Produktionsausfälle in der Automobilbranche nach der Atomkatastrophe in Japan wegen des Mangels an Einbauteilen machen sich bemerkbar. Statt des erhofften satten Wachstums, das die deprimierende Lage am Arbeitsmarkt bessert, muss Amerika mit ansehen, wie der Konjunkturmotor stottert und die Arbeitslosenquote steigt.

Und ausgerechnet in dieser Situation will Bernanke eigentlich das zur Bekämpfung der Wachstumsschwäche des Vorjahres aufgelegte Anleiheaufkaufprogramm (QE2) beenden. Planmäßig läuft es Ende dieses Monats aus. Und bislang hält er wacker an seiner Ausstiegsrhetorik fest: Die Notenbank Fed rechnet (noch) laut vor, das Konjunkturplus im zweiten Halbjahr 2011 werde wieder steigen, weil der Ölpreis und damit die Belastung der US-Konsumenten an der Zapfsäule sinken. Zudem komme die Autoproduktion wieder in Gang.

Aber es gibt durchaus Gründe, weniger optimistisch in die Zukunft zu schauen. So schwächelt der US-Immobilienmarkt, dessen Kollaps bekanntlich die jüngste Krise ausgelöst hat, bedenklich. Die zwischenzeitliche Erholung der Häuserpreise nach 2008 ist im vergangenen Dreivierteljahr dahingeschmolzen wie Butter in der Sonne. Und das ist noch nicht das Ende.

Experten wie die mittlerweile selbstständige Analystin Meredith Whitney, die zumindest Teile der jüngsten Krise richtig vorausgesagt hat, rechnen mit einem Rückgang der Hauspreise um weitere zehn Prozent. Dies würde nicht nur bedeuten, dass viele der immer noch hochverschuldeten US-Bürger ihre Häuser verkaufen müssten und der so wichtige private Konsum einbräche. Gleichzeitig würde dies den immer noch angeschlagenen Finanzsektor wieder hart treffen.

Möglichkeiten im Kampf gegen den Zahlungsausfall

Aussetzen bestimmter Papiere

Seit dem 6. Mai hat das Finanzministerium bereits den Verkauf der sogenannten Slugs - State and Local Government Series Securities - gestoppt. Diese Papiere werden den Bundesstaaten und Kommunen zur Anlage angeboten, erhöhen aber die Schulden des Bundeshaushalts. Wird das Programm gestoppt, erhöht das den Finanzspielraum des Ministeriums. In den vergangenen 20 Jahren wurde das Programm bereits sechs Mal ausgesetzt, damit die USA die Schuldenobergrenze nicht reißen.

Aussetzen von Einmalzahlungen in Rentenfonds

Das Finanzministerium stoppt Einzahlungen in verschiedene Fonds für Pensionen und die Absicherung von Berufsunfähigkeit der Beschäftigten im Staatsdienst. Damit könnte es je nach Dauer zwölf oder 72 Milliarden Dollar freimachen.

Einfrieren eines Investmentfonds

Das Finanzministerium wird ab diesem Montag einen Fonds für Beschäftigte im Staatsdienst, den G-Fonds, auf Eis legen. Die darin enthaltenen Mittel von 130 Milliarden Dollar werden bis auf weiteres nicht mehr neu angelegt. Damit erhöht sich der Spielraum zur Aufnahme neuer Kredite um diesen Betrag.

Anzapfen von Fonds zur Währungsstabilisierung

Die Regierung könnte den selten genutzten 50 Milliarden Dollar schweren Fonds zur Stabilisierung der Währungskurse anzapfen, um die Aufnahme neuer Schulden zu verhindern. Der Fonds wurde in den 1930er Jahren während der Großen Depression

geschaffen.

Verkauf von Vermögenswerten

Die Regierung könnte Teile von Unternehmen verkaufen, die sie im Rahmen des 700 Milliarden Dollar schweren TARP-Programmes gerettet hat. Allerdings hat Finanzminister Timothy Geithner bereits angedeutet, dies sei möglicherweise keine gangbare Lösung, weil der Steuerzahler bei einem Blitz-Verkauf Verluste erleiden könnte.

 

Kommentare (7)

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Elektriker_aus_Berlin

15.06.2011, 11:28 Uhr

Wie die USA vor einer Pleite bewahrt werden können?:
Nur Handel und sonst jeglichen Austausch nur mit Ländern treiben,welche die gleichen oder vergleichbare Standards in Demokratrie und sozialen Errungenschaften haben wie die westlichen Industrieländer.Einzig bei Energie und Rohstoffen dürfen Diktaturen und Sklavenhalter-
gesellschaften,welche Kinderarbeit und Arbeitslager,Umerziehungslager und dergleichen betreiben eine Ausnahmegenehmigung erhalten mit der alle westlichen Länder einverstanden sind,usw. usw.
Ist doch ganz einfach,oder nicht?
Aber der Weg in den Untergang und in die Auslöschung hat natürlich auch etwas verführerisches.

Aufwachen

15.06.2011, 11:52 Uhr

Das FED ist ein Privatbankenkartell
Es bringt Privatgeld ( Dollar ) in Umlauf
Die korrupte und verlogene Regierungsspitze arbeitet dem Kartell zu
Inflation sowie Deflation und Staatsbankrotte sind GEPLANT und kein Zufall oder Unfähigkeit
Ein größerer Krieg ist auch geplant
und die Menschen schlafen weiter........

commonman

15.06.2011, 11:58 Uhr

was steht auf der dollarnote - in god we trust

wer sind die selbsternannten vollstrecker von gottes willen - goldman sachs

wer steht hinter goldman sachs auf der spitze der auf dem schein abgebildeten pyramide - die fed

wem gehört die fed - wer spricht das unaussprechliche zuerst aus?

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